03.02.2010 |Beiträge |

Der neuronale Ursprung des Glaubens.

Magnetresonanztomografieaufnahmen  eines menschlichen Gehirns Bild: solipsist Lizenz-cc-by

Magnetresonanztomografieaufnahmen eines menschlichen Gehirns Bild: solipsist Lizenz-cc-by

In der Antike wohnte Zeus, der mächtigste Gott der Griechen, auf dem Olymp. Heutige Neurowissenschaftler haben dagegen einen obersten Lenker im Hippocampus des menschlichen Gehirns aufgespürt. Haben sie die Wurzeln des Glaubens gefunden?

Ins Grübeln kamen die Forscher schon vor Jahrzehnten, als der US-amerikanische Psychologe Burrhus F. Skinner seine Untersuchungen zur Entstehung des Aberglaubens Ende der 1940er Jahre durchführte und veröffentlichte. Laut der Fachzeitschrift „Monitor on Psychology“ ist Skinner der bedeutendste Psychologe des 20. Jahrhunderts.

Die Psychologie versteht unter Aberglauben keineswegs eine von den Dogmen der Kirche abweichende Glaubensform. Vielmehr gilt ein irrationales Regelwissen, das sich nicht objektiv bestätigen lässt, als Aberglaube. Irrationale Verhaltensformen zählen ebenfalls dazu. Zum Aberglauben gehört, dass Menschen an einem Freitag, den 13. nicht aus dem Haus gehen wollen, damit ihnen kein Unglück passiert oder dass sie glauben, ein persönlicher Talisman sei ursächlich für ihr Glück.

Aberglaube und Glaube hängen eng zusammen. Unter Glauben im nichtreligiösen Sinn versteht man, dass ein Sachverhalt hypothetisch für wahr gehalten wird. Das lässt im Gegensatz zum Aberglauben die Möglichkeit des Irrtums zu, ganz nach dem Motto: »Es könnte auch anders sein«. Glauben im religiösen Sinn lässt dagegen nicht zu, dass es auch anders sein könnte. Insofern gleichen religiös motivierter Glaube und die daraus folgenden Verhaltensformen dem unbestätigten Regelwissen, das in den nächsten Abschnitten näher beleuchtet wird.

Wie Glaube und Aberglaube anfangen.

Skinner untersuchte zunächst, wie Belohnung das Verhalten von Ratten oder Tauben konditioniert. Seine Lernexperimente hatten folgenden prinzipiellen Ablauf: Das Versuchstier wurde in einen Testkäfig gesetzt, der mit einem speziellen Mechanismus oder einen Hebel ausgestattet war (Skinner-Box). Ein bestimmtes Verhalten, wie die Betätigung des Hebels oder das Lösen einer Aufgabe führte dazu, dass das Versuchstier automatisch eine kleine Menge Futter erhielt. Ein mehrmaliges Zusammentreffen des bestimmten Verhaltens mit der Futterausgabe führte zu einer Konditionierung derart, dass das Versuchstier die Regel lernte, deren Befolgung belohnt wurde. Es wiederholte danach ständig die zum Erfolg führende Verhaltensweise (vgl. »How Do Your Superstitions Get Started?« http://www.youtube.com/watch?v=04TDoiqohKQ ).

In einer weiteren Versuchsreihe änderte Skinner die Regel. Er wollte wissen, was unkonditionierte Tauben lernen, wenn die automatisierte Futterausgabe mit zufälligem Zeitabstand erfolgt. Die Regel lautet in diesem Fall, dass es keine Regel gibt. Kein Verhalten konnte den zeitlichen Abstand bis zur nächsten Futterausgabe beeinflussen. Die Tauben brauchten nur zu warten, aber sonst nichts zu tun. Es geschah dennoch etwas Seltsames.

Nach dem mehrmaligen zufälligen Zusammentreffen von Flügelspreizen mit der Futterausgabe hatte die eine Taube irrtümlich »gelernt«, dass Flügelspreizen zu Futter führt. Fortan hörte sie nicht mehr auf, ihre Flügel zu spreizen, obwohl das keinerlei Einfluss darauf hatte, wann die Futterausgabe erfolgte. Eine andere Taube, deren Halsverrenkungen mehrmals mit einer Futterausgabe zusammentrafen, wollte von ihrem Tun nicht mehr lassen. Auch sie hatte ein Regelwissen gelernt, das durch nichts begründet war. Eine dritte Taube schließlich drehte sich nach kurzer Zeit immer im Kreis, weil bei ihr zweimal eine Körperdrehung mit der Futterausgabe zusammenfiel. Jede dieser Verhaltensweisen war durch keinen realen Zusammenhang begründet, aber die armen Tiere glaubten offensichtlich an ihr Regelwissen und sahen sich immer wieder bestätigt, als nach einer zufälligen Zeitdauer tatsächlich Futter kam. Die Tauben waren abergläubisch geworden.

Auch wir Menschen können sehr schnell im psychologischen Sinn abergläubisch werden. Jeder hat wahrscheinlich schon einmal Kinder vor einem Aufzug warten sehen. Die Kinder haben irgendwann einmal gelernt, dass Drücken auf dem Aufzugknopf dazu führt, dass der Aufzug kommt. Einige drücken immer wieder und wieder, obwohl der Aufzug dadurch nicht schneller kommt. Dennoch können sie von ihrem abergläubischen Tun nicht lassen. Und wenn dann der Aufzug mal schneller kommt als erwartet, fühlen sie sich in ihrem Tun bestätigt. Das Magazin „Gehirn & Geist“ (Heidelberg) fasste Anfang 2009 die Ursachen von abergläubischem Verhalten so zusammen: »Menschen neigen zu der Vorstellung, gleichzeitige Ereignisse seien kausal miteinander verknüpft, obwohl sie in Wirklichkeit voneinander unabhängig sind«.

Fiktive Gesichter in verrauschten Bildern.

Das menschliche Gehirn birgt weitere Überraschungen. Es neigt nicht nur dazu Regeln zu suchen und zu finden, wo es keine gibt, es glaubt auch dort Muster zu erkennen, wo gar keine vorhanden sind. Das bekannteste Beispiel für diese Tatsache ist das Gebilde auf einem Foto von der Marssonde Viking 1 im Jahr 1976. Die Medien gaben der entdeckten Struktur die Bezeichnung »Marsgesicht«. War es das Werk intelligenter Wesen? Noch 1998 rätselte der Astronom Prof. Harald Lesch in einer Sendung des Bildungsfernsehens Alpha-Centauri: »Was ist dran am Marsgesicht?«

Im Jahr 2001 kam dann die Lösung. Die neuerliche Marssonde Global Surveyor schickte ein detailreiches Foto vom »Marsgesicht« zur Erde. Nun konnte jeder erkennen, dass das Gesicht überhaupt kein Gesicht ist, sondern eine verwitterte Felsformation, die anscheinend durch natürliche Prozesse entstand.

Manche Menschen neigen regelrecht dazu, in Zufallsmustern oder total verrauschten Bildern am Bildschirm Gesichter zu erkennen, wie der Züricher Neuropsychologe Dr. Peter Brugger im Rahmen von Experimenten nachwies. Er bezeichnete diese Menschen nach einem Bibelspruch (Matthäus 25, 32) als »Schafe«. Brugger konnte auch nachweisen, dass die zusätzliche Einnahme der Vorstufe des Botenstoffs Dopamin (L-Dopa), dazu führt, dass mehr fiktive Gesichter im Rauschen erkannt werden (vgl. bild der Wissenschaft 1/2010).

Offensichtlich scheint die Biochemie des Gehirns einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Glauben bzw. Aberglauben zu haben. Und Aberglaube entsteht schnell, wie wir weiter oben gesehen haben. Diesen wieder zu verlieren bedarf es ungleich größerer Anstrengungen. Eine einfache Aufklärung genügt da selten. So kann es nicht verwundern, dass zahlreiche Menschen weiterhin glauben, beim Marsgesicht handele sich um das Werk intelligenter Wesen.

Was sind das für Gehirnfunktionen, die einerseits die Bildung von Aberglauben fördern, andererseits seine Auflösung erschweren. Seit wenigen Jahren zeichnen Hirnforscher die Umrisse eine Theorie, die allerdings erst durch Einzelfälle oder wenige Studien belegt ist. So können die Forscher nun durch die modernen bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) dem Gehirn bei der Arbeit zuschauen und sind auf erstaunliche Dinge gestoßen. Die fMRI ist eine relativ junge Weiterentwicklung der klassischen Magnetresonanztomographie. Durchblutungsänderungen im Gehirn stehen mit neuronaler Aktivität im Zusammenhang. Mit dem neuen Bildgebungsverfahren können diese Änderungen nun sichtbar gemacht werden, indem der Blutgehalt des Gewebes während des Experiments mit dem eines anderen Zeitpunkts verglichen wird.

Der oberste Lenker im Hippocampus.

Nach der Theorie werden Sinnesreize, die ins Gehirn dringen, zunächst in verschiedenen Arealen des Großhirns analysiert. Bei visuellen Reizen geschieht das beispielsweise in der Sehrinde des Hinterkopfs. Anschließend werden alle Informationen dem Schläfenlappen zugeführt. Dort wird Sprache verarbeitet, den Informationen Bedeutung verliehen und Inhalte mit der Gefühlswelt verwoben. In den tieferen Regionen dieses Hirnlappens werden wertfreie Information beispielsweise mit Wut, Ekel, Glück oder auch nur Gleichgültigkeit verknüpft. Die alles entscheidende letzte Verarbeitungsstufe sitzt aber noch ein kleines Stück tiefer im Inneren, nämlich in einem Gebilde, das wegen seiner Form Hippocampus (Seepferdchen) getauft wurde.

Das Gehirn wird mit einer Unmenge von Daten überschwemmt, wichtigen und unwichtigen, sinnvollen und widersprüchlichen. Die Aufgabe des Hippocampus ist es das auszuwählen, was plausibel und wichtig ist. Das muss blitzschnell geschehen. Um der Aufgabe gerecht zu werden, vergleicht der Hippocampus das Wahrgenommene unentwegt mit Hypothesen, die parallel an anderer Stelle des Gehirns aufgestellt wurden. Beispielsweise werden halb verstandene Wortfetzen oder bruchstückhaft gehörte Sätze mit Hypothesen über das ganze Wort oder den ganzen Satz solange verglichen, bis eine der Hypothesen als die plausibelste Erklärung erscheint. Erst danach dringt das Ergebnis ins Bewusstsein. Wenn man so will, ist der Hippocampus der oberste Lenker oder Zensor im menschlichen Gehirn.

Wenn die Theorie stimmt, dann muss man davon ausgehen, dass der Plausibilitätsfilter im Hippocampus zwar effektiv arbeitet, aber auch fehleranfällig ist. Beispielsweise können Drogen oder ein Übermaß am Botenstoff Dopamin dazu führen, dass sich abergläubische Inhalte, Visionen und Halluzinationen leichter im Kopf bilden. Umgekehrt führt Dopaminmangel zu einer phantasielosen, rationalen Betrachtung der Welt.

Parkinson-Patienten, bei denen die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn allmählich absterben, sind in ihrer Planungsfähigkeit beeinträchtigt, ohne dement zu sein und ihre Religiosität ist stark vermindert gegenüber Patienten mit anderen schweren Krankheitsverläufen. Planungsfähigkeit ist aber die Voraussetzung für die Bildung jener Hypothesen, die der Hippocampus für die Wahl der plausibelsten Alternative benötigt.

Gott im Kopf.

Ein weiteres Beispiel trug der renommierte US-amerikanische Hirnforscher Vilayanur Ramachandran vor. Eines Tages erschien der stellvertretende Leiter eines Heilsarmeebüros in seinem Labor an der University of California. Ramachandran gab ihm den Namen Paul. Der Patient erlebte immer wieder Momente großer Erleuchtung. Er fühlte sich dabei höchst beglückt und eins mit dem Schöpfer.

Die genauere Untersuchung ergab, dass Paul in jenem Teil seines Gehirns regelmäßig von elektrischen Stürmen heimgesucht wurde, in dem Informationen Bedeutung erhalten und mit Emotionen verwoben werden, nämlich dem Schläfenlappen. Paul litt unter einer Schläfenlappenepilepsie, die ihn nicht bewusstlos werden ließ, sondern Halluzinationen bescherte. »Ramanchandran und seine Mitstreiter suchen nun nach Gott im Kopf« (zitiert nach Spiegel Special 4/2003) und weiter: »Noch allerdings steht die neu ausgerufene Disziplin der ‚Neurotheologie‘ am Anfang.«

Ramanchandrans Eifer schießt wohl über das Ziel hinaus. Er hat die Rechnung ohne den obersten Zensor in Pauls Kopf, dem Hippocampus, gemacht. Denn dieser ist es, der ein ‚eins sein mit dem Schöpfer‘ als wahrscheinlichste Hypothese zulässt. Die Störungen durch das elektrische Gewitter des epileptischen Anfalls können vom Hippocampus nicht richtig bewertet werden, weil keine alternativen Hypothesen zur Verfügung stehen. Wenn man weiß, wie ein Gehirn gestrickt ist, verwundert es nicht, wenn jeder »normale« Mensch dem einen oder anderen Glauben, um nicht zu sagen Aberglauben, anhängt. Das gilt umso mehr, wenn es im Gehirn zu Fehlfunktionen kommt.

Die trivial erscheinende Lehre, die man aus den Experimenten ziehen muss, ist folgende: Glaube darf nicht mit Wahrheit verwechselt werden. Wenn es überhaupt Zusammenhänge von Glaubensinhalten mit der physikalischen Realität gibt, so können diese ganz anders aussehen, als man sich vorstellt. – Klaus-Dieter Sedlacek

Science-Wissen

Wissenschaft, ein Kinderspiel

22. Jun. 2015

Kinder sind bekanntlich neugierig und lieben es neues auszuprobieren. Schon öfter habe ich mir Gedanken gemacht, welche Möglichkeiten es gibt, Kinder an Naturwissenschaften heranzuführen. Hierzu habe ich nun einen aktuellen Linktipp gefunden. In dem Blog Groß-Stadt-Ansichten berichtet eine Biochemikerin und Mutter über einen Wissenschafts-Kindergeburtstag:

Die Vorbereitung: Aber so echt mit Knall Die Durchführung: Nicht ohne Schutzbrille

Viel Spaß beim [...]- Weiterlesen

Die Sonne halten

15. Jun. 2015

Mitte April hatte ich Gelegenheit, das Plasma-Experiment Wendelstein 7-X in Greifswald zu besuchen und mir von dort arbeitenden Wissenschaftlern erklären zu lassen. Anlass genug, hier kurz über Plasmen, Stellaratoren und Wendelstein 7-X zu berichten.

Ein Plasma ist in der Physik1 der vierte Aggregatzustand neben Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen. In Feststoffen sind die Atome so stark aneinander gebunden, [...]- Weiterlesen

Philae gefunden?

11. Jun. 2015

Wohl nicht, ist die Schlussfolgerung, nachdem man diesen Artikel vom 11.6. im Rosetta-Blog bis zum Ende durchgelesen hat. Oder doch? (Mehr in: WissensLogs)

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Zur Ideengeschichte der anonymen Kritik

10. Jun. 2015

In einem langen Interview erklärt der FAZ-Journalist Patrick Bahners, warum Studierende das Recht haben, eine Vorlesungsreihe öffentlich und pseudonym[foot]Leider wird auch hier ‚anonym‘ und ‚pseudonym‘ verwechselt.[/foot] zu kommentieren: „Keine Ausweispflicht für den Gebrauch der Meinungsfreiheit“ [foot]via L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung.[/foot] Seine Antworten führen weit über den aktuellen Fall ‚Münkler-Watch‘ hinaus und sollten Ihnen [...]- Weiterlesen

Was kühlte die Welt 535 und 536 ab? CSI Geology #4

08. Jun. 2015

Seit der Mensch auf der Erde weilt, hängt sein Wohlergehen auch immer vom Klima ab. Abgesehen von unseren eigenen Experimenten mit dem Weltklima spielen hier auch diverse natürliche Faktoren hinein. Manche von ihnen können dabei recht drastische Wirkung entfalten und damit den Lauf unserer Geschichte stark beeinflussen. Die Erde ist nämlich, entgegen dem Refrain eines [...]- Weiterlesen

Diese Woche: Hoffnung geben

07. Jun. 2015

Der Juni ist in Amerika der migraine awareness month. Das Motto dieses Jahr ist “Inspiring Hope“ – Hoffnung geben, Hoffnung verbreiten. Ich habe mit einigen Migräneforschern, Ärzten und Patientenvertretern gesprochen, ob man ab 2016 nicht auch eine Awareness Woche im deutschsprachigen Raum durchführen kann. Noch sind nicht alle im Boot. Es zeichnet sich aber ab, [...]- Weiterlesen

Kirchentag in Stuttgart

07. Jun. 2015

Tausende Menschen waren in den letzten Tagen in Stuttgart und besuchten die Veranstaltungen des evangelischen Kirchentags. Am Donnerstag war ich selbst an zwei Veranstaltungen beteiligt. Nachmittags referierte ich gemeinsam mit Michael Blume und Annette Böckler (London) vor mehreren hundert Gästen in der Liederhalle zum Humor im Judentum, Christentum und Islam. Die Veranstaltung war ein Riesenspaß, [...]- Weiterlesen

Kosmos

Ganz schön extreme Bakterien

06. Jul. 2015

Dieses Wochenende war extrem. Also extrem heiß. Ich komme mit Hitze nicht unbedingt so gut klar. Kälte ist mir ehrlich gesagt lieber. Da kann man immer noch eine Lage Klamotten drauf schmeißen, bei Hitze hat man halt schnell alles ausgezogen. Und was dann? Bakterien haben da schon wesentlich differenziertere Methoden entwickelt, um mit extremen Situationen [...]- Weiterlesen

Asteroiden haben ein Hollywood-Problem

05. Jul. 2015

Vielleicht ist es ja nur ein Werbetrick für die Einführungsvideos der beiden Wirtschaftswissenschaftler Alex Tabarrok und Tyler Cowen zum Asteroid Day, aber deren Behauptungen zum Schutz vor Asteroiden haben inzwischen etwas weitere Kreise gezogen – ich z.B. bin über diesen Blogeintrag bei der Washington Post darauf aufmerksam geworden. Hm. Ich finde den direkt illustrierten Erklärstil [...]- Weiterlesen

Kurzer Einwurf zu eBooks

04. Jul. 2015

Vor einigen Wochen las ich irgendwo eine Einschätzung, einen Kommentar oder … Auf jeden Fall ging es darum, dass eBooks nicht so recht liefen, gerade die Mode der kurzen, bei Amazon ‘Singles’ genannten, schon wieder vorbei sei, und selbst Zusatzfeatures in enhanced eBooks nichts retten. Jemand kommentierte, dass es gerade diese Zusatzfeatures seien, die abschreckten, [...]- Weiterlesen

Weltanschauung: Glück und Parteipräferenz

04. Jul. 2015

Heute – zum vielleicht heißesten Tag des Jahres – lade ich Sie zum Nachdenken und Raten zu einem Befund der Glücksforschung (in Deutschland) ein. Die Beobachtung, basierend auf SOEP-Daten von 1984 bis 2012: Auch nach Kontrolle anderer Variablen wie Bildung und Einkommen unterscheidet sich das subjektive Wohlbefinden (subjective well-being) – gemessen auf einer Selbstauskunft von [...]- Weiterlesen

Die Faszination des Fundamentalen: Saul Perlmutter und das Ende des Universums

01. Jul. 2015

The Lindau Nobel Laureate MeetingsWie breitet sich das Universum aus? Für Saul Perlmutter, Brian Schmidt und Adam Riess eine spannende wie simpel zu beantwortende Frage.

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(Mehr in: KosmoLogs)

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Inti Raymi – Inkapomp für die Identität

28. Jun. 2015

In Cusco zu sein, während Inti Raymi stattfindet, ist vergleichbar einer zufälligen Anwesenheit in München während des Oktoberfestes. „Das Fest der Sonne“, wie das Ganze in der Sprache der Quechua heißt, war eine religiöse Zeremonie der Inkas zu Ehren unseres Leben spendenden Leuchtkörpers. Und zwar zur Wintersonnwende der südlichen Erdhalbkugel. Und da bietet sich Cusco [...]- Weiterlesen

Existiert ein transzendenter physikalischer Bereich jenseits von Raum und Zeit?

Eine faszinierend rationale, wissenschaftliche Erklärung für die Existenz eines transzendenten physikalischen Bereichs jenseits von Raum und Zeit findet sich hier:

Experten zu aktuellen Themen

Tunguska. Mars. Dann halt eben nicht…

06. Jul. 2015

Mal wieder ein Jahrestag vorbeigedonnert (wenn auch kein gerader). Tunguska, wir erinnern uns. Im Jahre des Herrn 1908, und zwar am 30. Juni, passierte im allerhintersten Sibirien etwas, das noch in 60 Kilometern Entfernung Leute durch die Luft segeln lies. Über dem namensgebenden Fluss Tunguska expolodierte in 5-10 km Höhe etwas, und zwar ordentlich: die Energie entsprach (grob [...]- Weiterlesen

New Horizons: Fehler in Kommandosequenz verursachte “Safe Mode”

06. Jul. 2015

Am 4. Juli feierte die Pluto-Sonde New Horizons den US-Nationalfeiertag durch Eintreten in den „Safe Mode“. Dies ist ein besonderer Operationsmodus, den alle Raumsonden haben (sollten) und der automatisch ausgelöst wird, wenn ein Fehler auftritt, mit dem die Bordsysteme nichts anzufangen wissen. (Mehr in: BrainLogs)

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So lief der Monat: Juni 2015

05. Jul. 2015

Seit vorletzter Woche steht fest: Androiden träumen von elektrischen Schafen – wenn sie wollen. Das lassen die Bilder vermuten, die Google-Mitarbeiter um Alexander Mordvintsev mittels neuronaler Netzwerke erschaffen haben. Um zu verdeutlichen, wie solche Netzwerke arbeiten, fütterten die Forscher neuronale Netze mit Rauschbildern und gaben ihnen die Aufgabe, Bananen, Seesterne oder Ameisen zu entdecken. Was [...]- Weiterlesen

Planetarium-Sommerfest

04. Jul. 2015

Kurz nach der Sommersonnenwende, am Samstag/ Sonntag 20./21. Juni, gab es in Berlin ein Astro-Volksfest. Anlass war aber nicht eine Beschwörung des Sommers oder Feier der Wende, sondern der Geburtstag von einem unserer Planetarien. Hier ein paar Fotos von Oliver Hanke:   Insgesamt haben ca. 1300 Menschen an dieser lockeren Jubiläumsfeier teilgenommen und am folgenden [...]- Weiterlesen

Fußball soll für US-amerikanische Kinder sicherer werden

04. Jul. 2015

Fußball soll für US-amerikanische Kinder sicherer werden, denn den Mittelschichteltern dort liegt etwas an den Köpfen ihrer Kinder.   Es wird wieder über Sicherheit im Fußball diskutiert. Wo? In den USA! Fußball soll dort für Kinder sicherer werden. Keine Kopfbälle unter 14 Jahren, so läßt sich eine aktuelle Initiative zusammenfassen, die man auch auf Twitter unter #noheadernobrainer verfolgen [...]- Weiterlesen

Diese Woche: Leitlinien für Kinderköpfe

04. Jul. 2015

Spezifische Belange von Kinderköpfen stehen diesmal im Zentrum meiner wöchentlichen Migräne-Recherche. In den USA organisiert man sich gleich zweimal: um Kopfschmerzerkrankungen im Fußball vorzubeugen und um zukünftig die Behandlung der Migräne bei Kindern zu verbessern. Wer heute als Erwachsener an Migräne leidet, den interessiert das. Denn Migräne ist erblich. Allerdings sollte man Migräne nicht als typische [...]- Weiterlesen

Die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel

03. Jul. 2015

The Lindau Nobel Laureate MeetingsEine Gruppe Nobelpreisträger fordert die Politik auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um den Ausstoß von Treibhausgasen einzudämmen: über die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel

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Klimawandel-Deklaration von Nobelpreisträgern

03. Jul. 2015

Im Dezember 2015 steht die nächste UN-Klimakonferenz an und es häufen sich mahnende Stimmen, es diesmal doch bitte wirklich ernst zu nehmen. Heute nun unterzeichnen auf der Insel Mainau über 36 Nobelpreisträger (nach Beweisbild aus Lindau) eine Deklaration zum Klimawandel. In der Mainauer Deklaration 2015 heißt es im Hinblick auf die UN-Konferenz: „Der Bewertung des IPCC [...]- Weiterlesen

Frauen in der Wissenschaft – jenseits von Tim Hunt

02. Jul. 2015

Was da jetzt noch über Tim Hunt und seine Bemerkungen über Frauen in der Wissenschaft (sinngemäß: man verliebt sich in sie, sie sich in einen, und wenn man sie kritisiert, heulen sie) berichtet wird, ist zu einem erschreckenden Teil schlicht Legendenbildung. Die Legende, dass Tim Hunt „seinen Job“ verloren habe, zieht weiter ihre Kreise – [...]- Weiterlesen

Serge Haroche im Jahr des Lichts

02. Jul. 2015

The Lindau Nobel Laureate MeetingsSerge Haroche feiert in seiner Lecture das Jahr des Lichts und verbeugt sich vor der Entwicklung der Lasertechnik.

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Harold E. Varmus: Chancen und Probleme der personalisierten Krebstherapie

01. Jul. 2015

The Lindau Nobel Laureate MeetingsDie personalisierte Krebstherapie setzt eine umfangreichere, genauere und damit teurere Diagnostik voraus, wird dafür aber einige Krebsarten heilen.

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Anekdoten ohne Relevanz

01. Jul. 2015

Die Tage fand ich einen Artikel im Blog von Joep Driessen, einem Tierarzt und Milchvieh-Berater aus Holland. Man habe ein Survey erstellt und kam zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der Milchkühe in Europa kein qualitativ gutes Trinkwasser zur Verfügung haben. Ich war darüber einigermaßen schockiert und brachte das auch in einen Tweet zum Ausdruck, [...]- Weiterlesen

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: Die zwölf Weltgefahren für die Menschheit

01. Jul. 2015

The Lindau Nobel Laureate MeetingsHarald Martenstein lustwandelt weiter über die 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung

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Cephalalgiaphobia – die Angst vor der nächsten Attacke

01. Jul. 2015

Migräne kennt keine Pause: Auch außerhalb der Kopfschmerzattacken behindert die Erkrankung Menschen. Menschen, die wiederkehrende Kopfschmerzen erfahren, leiden in der anfallsfreien Zeit an Cephalalgiaphobia – die Angst vor der nächsten Attacke. Cephal- (den Kopf betreffend) -algia- (der Kopfschmerz) -phobia (die Angst). Eine Pause kennen episodische Kopfschmerzerkrankungen, wie Migräne und der Spannungskopfschmerz, also nicht. Word of the day:“cephalalgiaphobia“- #fear [...]- Weiterlesen

Jupiter und Venus am Abend des 30.6.

01. Jul. 2015

Bombenwetter heute Nacht. Genau das Richtige für die Beobachtung der Syzygie zwischen Jupiter und Venus – immerhin deutlich weniger als ein Monddurchmesser. Hier einige der Aufnahmen, erst mit 90, dann mit 180 mm Brennweite, und danach mit dem Apochromaten. Ich habe aus einer Sequenz von Teleskop-Aufnahmen der gemeinsam untergehenden Planeten sogar einen kleinen Film zusammen [...]- Weiterlesen

Bücher von Klaus-D. Sedlacek

Computer und Technologie

Vereinte Nationen: Datenschutzfähnchen im Wind

03. Jul. 2015

Die UN ernennen einen Sonderberichterstatter zum Datenschutz in der digitalen Welt. Er bekommt kein Gehalt und keine Befugnisse. Trotzdem soll er etwas verändern. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Reddit: Aufstand der Moderatoren

03. Jul. 2015

Reddit ist eine der beliebtesten Plattformen im Netz. Jetzt eskaliert ein Streit zwischen Betreibern und Nutzern. Es geht um Respekt, Meinungsfreiheit und eine Frau. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Abschied von Silverlight: Microsoft Edge setzt auf HTML5

03. Jul. 2015

Microsofts neuer Edge-Browser für Windows 10 vertraut beim Medien-Streaming auf HTML5. Das hauseigene Silverlight soll hingegen nicht mehr unterstützt werden. (Mehr in: COM! – Das Computer Magazin)

Hotel my Phone: Guten Freunden leiht man sein Smartphone

03. Jul. 2015

Ist das Smartphone leer, kommt schnell Panik auf. Mit der App Hotel My Phone kann man kurzzeitig auf die Geräte von Freunden umziehen – inklusive der eigenen Nummer. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Die besten Innovatoren erhalten Auszeichnung

03. Jul. 2015

Bei dem Nachwuchspreis „Innovatoren unter 35″ kürte Technology Review in Berlin Volker Presser zum „Innovator of the Year“ und Thomas Gottschalk zum „Social Innovator of the Year“.

(Mehr in: Technology Review)

Selbst gemalte Leiterbahnen

03. Jul. 2015

Der Circuit-Scribe-Bausatz von Electroninks erlaubt es Bastlern, auf Papier elektronische Schaltkreise zu entwickeln.

(Mehr in: Technology Review)

LED-Lampen mit integrierten Drahtlos-Lautsprechern

03. Jul. 2015

Um überall in der Wohnung Musik zu haben, braucht man entweder viele Kabel oder viele Steckdosen für Drahtlos-Empfänger. Ein Start-up bringt jetzt ein anderes Konzept auf den Markt.

(Mehr in: Technology Review)

Verriss des Monats: Das High Heel-Chamäleon

03. Jul. 2015

Ein Damenschuh mit Display eröffnet merkwürdige Einblicke in die Zukunft der Mode.

(Mehr in: Technology Review)

Cyberangriff: Zwangspause für IT-System des Bundestags

02. Jul. 2015

Als Reaktion auf den Hackerangriff wird das Computernetz in der Sommerpause neu ausgerichtet. Künftig sollen für den Bundestag eigene Sicherheitssysteme genutzt werden. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Gesichtserkennung: „Meine Freundin ist kein Gorilla“

02. Jul. 2015

Die Bilderkennung von Diensten wie Google und Flickr ist beeindruckend. Aber es ist schlimm, wenn aus falsch erkannten Bildern rassistische Beleidigungen werden. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)