03.02.2010 |Beiträge |

Der neuronale Ursprung des Glaubens.

Magnetresonanztomografieaufnahmen  eines menschlichen Gehirns Bild: solipsist Lizenz-cc-by

Magnetresonanztomografieaufnahmen eines menschlichen Gehirns Bild: solipsist Lizenz-cc-by

In der Antike wohnte Zeus, der mächtigste Gott der Griechen, auf dem Olymp. Heutige Neurowissenschaftler haben dagegen einen obersten Lenker im Hippocampus des menschlichen Gehirns aufgespürt. Haben sie die Wurzeln des Glaubens gefunden?

Ins Grübeln kamen die Forscher schon vor Jahrzehnten, als der US-amerikanische Psychologe Burrhus F. Skinner seine Untersuchungen zur Entstehung des Aberglaubens Ende der 1940er Jahre durchführte und veröffentlichte. Laut der Fachzeitschrift „Monitor on Psychology” ist Skinner der bedeutendste Psychologe des 20. Jahrhunderts.

Die Psychologie versteht unter Aberglauben keineswegs eine von den Dogmen der Kirche abweichende Glaubensform. Vielmehr gilt ein irrationales Regelwissen, das sich nicht objektiv bestätigen lässt, als Aberglaube. Irrationale Verhaltensformen zählen ebenfalls dazu. Zum Aberglauben gehört, dass Menschen an einem Freitag, den 13. nicht aus dem Haus gehen wollen, damit ihnen kein Unglück passiert oder dass sie glauben, ein persönlicher Talisman sei ursächlich für ihr Glück.

Aberglaube und Glaube hängen eng zusammen. Unter Glauben im nichtreligiösen Sinn versteht man, dass ein Sachverhalt hypothetisch für wahr gehalten wird. Das lässt im Gegensatz zum Aberglauben die Möglichkeit des Irrtums zu, ganz nach dem Motto: »Es könnte auch anders sein«. Glauben im religiösen Sinn lässt dagegen nicht zu, dass es auch anders sein könnte. Insofern gleichen religiös motivierter Glaube und die daraus folgenden Verhaltensformen dem unbestätigten Regelwissen, das in den nächsten Abschnitten näher beleuchtet wird.

Wie Glaube und Aberglaube anfangen.

Skinner untersuchte zunächst, wie Belohnung das Verhalten von Ratten oder Tauben konditioniert. Seine Lernexperimente hatten folgenden prinzipiellen Ablauf: Das Versuchstier wurde in einen Testkäfig gesetzt, der mit einem speziellen Mechanismus oder einen Hebel ausgestattet war (Skinner-Box). Ein bestimmtes Verhalten, wie die Betätigung des Hebels oder das Lösen einer Aufgabe führte dazu, dass das Versuchstier automatisch eine kleine Menge Futter erhielt. Ein mehrmaliges Zusammentreffen des bestimmten Verhaltens mit der Futterausgabe führte zu einer Konditionierung derart, dass das Versuchstier die Regel lernte, deren Befolgung belohnt wurde. Es wiederholte danach ständig die zum Erfolg führende Verhaltensweise (vgl. »How Do Your Superstitions Get Started?« http://www.youtube.com/watch?v=04TDoiqohKQ ).

In einer weiteren Versuchsreihe änderte Skinner die Regel. Er wollte wissen, was unkonditionierte Tauben lernen, wenn die automatisierte Futterausgabe mit zufälligem Zeitabstand erfolgt. Die Regel lautet in diesem Fall, dass es keine Regel gibt. Kein Verhalten konnte den zeitlichen Abstand bis zur nächsten Futterausgabe beeinflussen. Die Tauben brauchten nur zu warten, aber sonst nichts zu tun. Es geschah dennoch etwas Seltsames.

Nach dem mehrmaligen zufälligen Zusammentreffen von Flügelspreizen mit der Futterausgabe hatte die eine Taube irrtümlich »gelernt«, dass Flügelspreizen zu Futter führt. Fortan hörte sie nicht mehr auf, ihre Flügel zu spreizen, obwohl das keinerlei Einfluss darauf hatte, wann die Futterausgabe erfolgte. Eine andere Taube, deren Halsverrenkungen mehrmals mit einer Futterausgabe zusammentrafen, wollte von ihrem Tun nicht mehr lassen. Auch sie hatte ein Regelwissen gelernt, das durch nichts begründet war. Eine dritte Taube schließlich drehte sich nach kurzer Zeit immer im Kreis, weil bei ihr zweimal eine Körperdrehung mit der Futterausgabe zusammenfiel. Jede dieser Verhaltensweisen war durch keinen realen Zusammenhang begründet, aber die armen Tiere glaubten offensichtlich an ihr Regelwissen und sahen sich immer wieder bestätigt, als nach einer zufälligen Zeitdauer tatsächlich Futter kam. Die Tauben waren abergläubisch geworden.

Auch wir Menschen können sehr schnell im psychologischen Sinn abergläubisch werden. Jeder hat wahrscheinlich schon einmal Kinder vor einem Aufzug warten sehen. Die Kinder haben irgendwann einmal gelernt, dass Drücken auf dem Aufzugknopf dazu führt, dass der Aufzug kommt. Einige drücken immer wieder und wieder, obwohl der Aufzug dadurch nicht schneller kommt. Dennoch können sie von ihrem abergläubischen Tun nicht lassen. Und wenn dann der Aufzug mal schneller kommt als erwartet, fühlen sie sich in ihrem Tun bestätigt. Das Magazin „Gehirn & Geist” (Heidelberg) fasste Anfang 2009 die Ursachen von abergläubischem Verhalten so zusammen: »Menschen neigen zu der Vorstellung, gleichzeitige Ereignisse seien kausal miteinander verknüpft, obwohl sie in Wirklichkeit voneinander unabhängig sind«.

Fiktive Gesichter in verrauschten Bildern.

Das menschliche Gehirn birgt weitere Überraschungen. Es neigt nicht nur dazu Regeln zu suchen und zu finden, wo es keine gibt, es glaubt auch dort Muster zu erkennen, wo gar keine vorhanden sind. Das bekannteste Beispiel für diese Tatsache ist das Gebilde auf einem Foto von der Marssonde Viking 1 im Jahr 1976. Die Medien gaben der entdeckten Struktur die Bezeichnung »Marsgesicht«. War es das Werk intelligenter Wesen? Noch 1998 rätselte der Astronom Prof. Harald Lesch in einer Sendung des Bildungsfernsehens Alpha-Centauri: »Was ist dran am Marsgesicht?«

Im Jahr 2001 kam dann die Lösung. Die neuerliche Marssonde Global Surveyor schickte ein detailreiches Foto vom »Marsgesicht« zur Erde. Nun konnte jeder erkennen, dass das Gesicht überhaupt kein Gesicht ist, sondern eine verwitterte Felsformation, die anscheinend durch natürliche Prozesse entstand.

Manche Menschen neigen regelrecht dazu, in Zufallsmustern oder total verrauschten Bildern am Bildschirm Gesichter zu erkennen, wie der Züricher Neuropsychologe Dr. Peter Brugger im Rahmen von Experimenten nachwies. Er bezeichnete diese Menschen nach einem Bibelspruch (Matthäus 25, 32) als »Schafe«. Brugger konnte auch nachweisen, dass die zusätzliche Einnahme der Vorstufe des Botenstoffs Dopamin (L-Dopa), dazu führt, dass mehr fiktive Gesichter im Rauschen erkannt werden (vgl. bild der Wissenschaft 1/2010).

Offensichtlich scheint die Biochemie des Gehirns einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Glauben bzw. Aberglauben zu haben. Und Aberglaube entsteht schnell, wie wir weiter oben gesehen haben. Diesen wieder zu verlieren bedarf es ungleich größerer Anstrengungen. Eine einfache Aufklärung genügt da selten. So kann es nicht verwundern, dass zahlreiche Menschen weiterhin glauben, beim Marsgesicht handele sich um das Werk intelligenter Wesen.

Was sind das für Gehirnfunktionen, die einerseits die Bildung von Aberglauben fördern, andererseits seine Auflösung erschweren. Seit wenigen Jahren zeichnen Hirnforscher die Umrisse eine Theorie, die allerdings erst durch Einzelfälle oder wenige Studien belegt ist. So können die Forscher nun durch die modernen bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) dem Gehirn bei der Arbeit zuschauen und sind auf erstaunliche Dinge gestoßen. Die fMRI ist eine relativ junge Weiterentwicklung der klassischen Magnetresonanztomographie. Durchblutungsänderungen im Gehirn stehen mit neuronaler Aktivität im Zusammenhang. Mit dem neuen Bildgebungsverfahren können diese Änderungen nun sichtbar gemacht werden, indem der Blutgehalt des Gewebes während des Experiments mit dem eines anderen Zeitpunkts verglichen wird.

Der oberste Lenker im Hippocampus.

Nach der Theorie werden Sinnesreize, die ins Gehirn dringen, zunächst in verschiedenen Arealen des Großhirns analysiert. Bei visuellen Reizen geschieht das beispielsweise in der Sehrinde des Hinterkopfs. Anschließend werden alle Informationen dem Schläfenlappen zugeführt. Dort wird Sprache verarbeitet, den Informationen Bedeutung verliehen und Inhalte mit der Gefühlswelt verwoben. In den tieferen Regionen dieses Hirnlappens werden wertfreie Information beispielsweise mit Wut, Ekel, Glück oder auch nur Gleichgültigkeit verknüpft. Die alles entscheidende letzte Verarbeitungsstufe sitzt aber noch ein kleines Stück tiefer im Inneren, nämlich in einem Gebilde, das wegen seiner Form Hippocampus (Seepferdchen) getauft wurde.

Das Gehirn wird mit einer Unmenge von Daten überschwemmt, wichtigen und unwichtigen, sinnvollen und widersprüchlichen. Die Aufgabe des Hippocampus ist es das auszuwählen, was plausibel und wichtig ist. Das muss blitzschnell geschehen. Um der Aufgabe gerecht zu werden, vergleicht der Hippocampus das Wahrgenommene unentwegt mit Hypothesen, die parallel an anderer Stelle des Gehirns aufgestellt wurden. Beispielsweise werden halb verstandene Wortfetzen oder bruchstückhaft gehörte Sätze mit Hypothesen über das ganze Wort oder den ganzen Satz solange verglichen, bis eine der Hypothesen als die plausibelste Erklärung erscheint. Erst danach dringt das Ergebnis ins Bewusstsein. Wenn man so will, ist der Hippocampus der oberste Lenker oder Zensor im menschlichen Gehirn.

Wenn die Theorie stimmt, dann muss man davon ausgehen, dass der Plausibilitätsfilter im Hippocampus zwar effektiv arbeitet, aber auch fehleranfällig ist. Beispielsweise können Drogen oder ein Übermaß am Botenstoff Dopamin dazu führen, dass sich abergläubische Inhalte, Visionen und Halluzinationen leichter im Kopf bilden. Umgekehrt führt Dopaminmangel zu einer phantasielosen, rationalen Betrachtung der Welt.

Parkinson-Patienten, bei denen die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn allmählich absterben, sind in ihrer Planungsfähigkeit beeinträchtigt, ohne dement zu sein und ihre Religiosität ist stark vermindert gegenüber Patienten mit anderen schweren Krankheitsverläufen. Planungsfähigkeit ist aber die Voraussetzung für die Bildung jener Hypothesen, die der Hippocampus für die Wahl der plausibelsten Alternative benötigt.

Gott im Kopf.

Ein weiteres Beispiel trug der renommierte US-amerikanische Hirnforscher Vilayanur Ramachandran vor. Eines Tages erschien der stellvertretende Leiter eines Heilsarmeebüros in seinem Labor an der University of California. Ramachandran gab ihm den Namen Paul. Der Patient erlebte immer wieder Momente großer Erleuchtung. Er fühlte sich dabei höchst beglückt und eins mit dem Schöpfer.

Die genauere Untersuchung ergab, dass Paul in jenem Teil seines Gehirns regelmäßig von elektrischen Stürmen heimgesucht wurde, in dem Informationen Bedeutung erhalten und mit Emotionen verwoben werden, nämlich dem Schläfenlappen. Paul litt unter einer Schläfenlappenepilepsie, die ihn nicht bewusstlos werden ließ, sondern Halluzinationen bescherte. »Ramanchandran und seine Mitstreiter suchen nun nach Gott im Kopf« (zitiert nach Spiegel Special 4/2003) und weiter: »Noch allerdings steht die neu ausgerufene Disziplin der ‘Neurotheologie’ am Anfang.«

Ramanchandrans Eifer schießt wohl über das Ziel hinaus. Er hat die Rechnung ohne den obersten Zensor in Pauls Kopf, dem Hippocampus, gemacht. Denn dieser ist es, der ein ‘eins sein mit dem Schöpfer’ als wahrscheinlichste Hypothese zulässt. Die Störungen durch das elektrische Gewitter des epileptischen Anfalls können vom Hippocampus nicht richtig bewertet werden, weil keine alternativen Hypothesen zur Verfügung stehen. Wenn man weiß, wie ein Gehirn gestrickt ist, verwundert es nicht, wenn jeder »normale« Mensch dem einen oder anderen Glauben, um nicht zu sagen Aberglauben, anhängt. Das gilt umso mehr, wenn es im Gehirn zu Fehlfunktionen kommt.

Die trivial erscheinende Lehre, die man aus den Experimenten ziehen muss, ist folgende: Glaube darf nicht mit Wahrheit verwechselt werden. Wenn es überhaupt Zusammenhänge von Glaubensinhalten mit der physikalischen Realität gibt, so können diese ganz anders aussehen, als man sich vorstellt. - Klaus-Dieter Sedlacek

Science-Wissen

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Welträtsel oder Wissenschaft

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Born-Oppenheimer: Wie schnell ist langsam?

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In meinem letzten Artikel habe ich nebenbei etwas über schnelle und langsame Elektronen geschrieben. Langsame Elektronen, so meine Behauptung, müssen wir uns als Elektronenwolken vorstellen. Die Orbitale geben an, welchen Raum sie einnehmen. Schnelle Elektronen verhalten sich eher wie die kleinen Teilchen, die wir aus Bilderbüchern kennen. Sie fliegen durch Atome durch und werden an [...]- Weiterlesen

Warum Materie hart ist

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Was ist Materie? Diesen Titel schlug Michael Blume vor, als ich auf Facebook fragte, was sich meine Lesenden als Blog-Thema wünschen würden. Was-ist-Fragen sind für mich als Physiker immer etwas schwierig, ich habe mir also einen Aspekt herausgesucht, zu dem die Physik was zu sagen hat: Warum ist Materie hart?

Wir kennen Materie in drei Aggregatzuständen: [...]- Weiterlesen

Mesonen-Zoo

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Meine kleine Serie über das Quarkmodell der Elementarteilchen möchte ich heute mit einer Zoologie der Mesonen fortsetzen. Im Beitrag zum vierten Meson bin ich stillschweigend davon ausgegangen, dass uns nur das Upquark und das Downquark interessieren. Nun möchte ich die anderen hinzunehmen.

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Kosmos

Wie weit ist es bis Andromeda? Entfernungen im All

22. Jul. 2014

Schon mal gefragt, wie Astronomen eigentlich darauf kommen, dass diese oder jene Galaxie soundsoviele Lichtjahre entfernt ist? Wie messen die das – mit einem Maßband ja wohl nicht!? Tatsächlich ist die Entfernungsbestimmung im All eine der wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Probleme der Astronomie – der Astronom Klaus Jäger erklärt in diesem exzellenten Video aus der [...]- Weiterlesen

Saturnbedeckung am 7./8. Juli

08. Jul. 2014

Im südlichen Südamerika fand gestern Abend eine seltene Saturnbedeckung durch den Mond statt. Bei fast klarem Himmel und gutem Seeing konnten wir das Ereignis in der chilenischen Hafenstadt La Serena sehen. Beobachtet haben wir vor allem visuell mit unserem 12″ Dobsonteleskop, kurz vor und nach der Bedeckung haben wir zusätzlich ein paar Fotos schießen können, [...]- Weiterlesen

Ein kleiner ‘Blast’…

19. Jun. 2014

…ist immerhin der Anfang von etwas Großem. Ein klein bisschen enttäuschend war er schon, der “Rumms”, gehört habe ich ihn in 20 Kilometer Entfernung gar nicht, und auch die Staubwolke war bald wieder verzogen. Der Cerro Armazones sieht jedenfalls noch ziemlich unverändert aus. Naja, gerechnet hatte ich gestern auch nicht mit einem hollywoodmäßigen Spektakel – [...]- Weiterlesen

Cerro Armazones – ein letzes Mal in voller Größe

19. Jun. 2014

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E-ELT-Blast am 19. Juni

12. Jun. 2014

Das European Extremely Large Telescope (E-ELT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) ist das nächste große Ding der bodengebundenen Astronomie. Sein 39 Meter großer Hauptspiegel (zusammengesetzt aus 798 Einzelsegmenten) wird nicht nur heutige, sondern auch alle derzeit geplanten Großteleskope an Lichtsammelkraft weit übertreffen.

Das Ereignis im Norden Chiles wird im Internet am 19. Juni von 18:30 bis [...]- Weiterlesen

Gammastrahlenausbruch in Messier 31? NEIN!

28. Mai. 2014

Gestern Abend, genau um 23:24:27 MESZ, registrierte das Burst Alert Telescope (BAT) an Bord des Swift-Satelliten einen Ausbruch harter Röntgen- und Gammastrahlung in der Andromedagalaxie M31. 160 Sekunden später begann das Röntgenteleskop XRT an Bord des Satelliten mit ersten Messungen. Die Quelle liegt demnach bei den Koordinaten RA = 00h 41m 43.02s und Dec = [...]- Weiterlesen

Existiert ein transzendenter physikalischer Bereich jenseits von Raum und Zeit?

Eine faszinierend rationale, wissenschaftliche Erklärung für die Existenz eines transzendenten physikalischen Bereichs jenseits von Raum und Zeit findet sich hier:

Experten zu aktuellen Themen

Werden bei uns die Arzneimittel knapp?

29. Jul. 2014

Die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ ist eine Bastion seriöser Berichterstattung (meistens jedenfalls). Jetzt lese ich in der Onlineausgabe: „Lebenswichtige Medikamente in Deutschland werden knapp. Und niemand weiß, welche Arznei als nächstes fehlen wird“. Politik und Pharmaindustrie, heißt es weiter, reden das Problem klein. Müssen unsere Ärzte also damit rechnen, Patienten nicht mehr angemessen behandeln zu können, [...]- Weiterlesen

ROSETTA: Update des Kometenkernmodells

29. Jul. 2014

Auf Basis neuen Bildmaterials hat das Team der Wissenschaftler, die für die OSIRIS-Wissenschaftskamera zuständig sind, ein Update des Modells der Form des Nukleus herausgebracht. Dieses liegt auch als anaglyphe Version vor, die mit rot/blauen bzw. rot/grünben 3D-Brillen betrachtet werden kann. (Mehr in: BrainLogs)

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Heilige-hehre Prinzipien schlechter Lehre an der Uni

28. Jul. 2014

Ab und an muss ich gegen „Lehre“ ätzen. Ich habe darüber schon 2007 eine längere Kolumne geschrieben, die finden Sie im neuen Sammelband Dueck’s Jahrmarkt der Futuristik. Professoren haben bestimmte ästhetische Prinzipien, nach denen sie ihre Vorlesungen gestalten. Diese Prinzipien sind Teil der Kultur der Lehre. Es ist für Professoren nicht unkritisch, eigenmächtig anderen Prinzipien [...]- Weiterlesen

ROSETTA: NavCam-Bilder vom 25-27.7.

28. Jul. 2014

Auf dem Rosetta-Blog der ESA sind die Bilder der Rosetta-NavCam vom Freitag bis zum Sonntag hinterlegt worden. Heute (Montag, 28.7.) ist der Abstand vom Kern auf nur noch rund 2000 km geschrumpft. Im Folgenden meine Versuche der Nachbearbeitung. Bin ich eigentlich der Einzige, der sich an sowas versucht? (Mehr in: BrainLogs)

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Das Konzept der QALY: Wenn Gesundheitsökonomie auf Medizinethik trifft

28. Jul. 2014

Ein Jahr nach seiner Nierentransplantation zieht mein Nachbarblogger Lars Fischer eine Zwischenbilanz (Mehr in: BrainLogs)

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Kein Markt und miese PR – Tierwohl am Ende

28. Jul. 2014

Innerhalb von zwei Tagen gingen Anfang letzter Woche drei Jahre meiner Blog-Tätigkeit zum Thema Tierwohl den Bach runter. Da kann man schon mal frustriert sein. Natürlich kann man aus der Wut heraus auch erstmal die Verbraucher hauen, die das offensichtlich nicht bezahlen wollten. Meiner Meinung nach ist das aber viel zu einfach. Alles begann mit [...]- Weiterlesen

50 Jahre IAYC – aktuelles Camp in .at

28. Jul. 2014

Das International Astronomical Youth Camp (IAYC) wird dieses Jahr ein halbes Jahrhundert alt. Die 50ste Sommerschule dieser Art ist gerade seit einer Woche im Gange. Drei Wochen lang jeden Sommer, irgendwo in Europa … da treffen sich Jugendliche aus aller Welt (und das meine ich ganz buchstäblich, nicht übertrieben) und bestaunen den Sternhimmel nachts, während [...]- Weiterlesen

Das heutige APOD für die Freundinnen von Pony-Postern

28. Jul. 2014

Das heutige APOD zeigt den Pferdekopfnebel, eine 1500 Lichtjahre entfernte Dunkelwolke, die einen Teil des rötlich leuchtenden Emissionsnebels IC 434 verdeckt. Weshalb der Pferdekopfnebel so heißt, ist ziemlich offensichtlich. IC 434 findet man am linken der drei Sterne, die den auffälligen Gürtel von Orion bilden. (Mehr in: BrainLogs)

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Auf dem Weg in eine andere Moderne: Warum die Alten studieren – und die Jungen das gut finden sollten

27. Jul. 2014

Michaela Brohm Vorbemerkung: Wie man lange lebt. Glauben wir dem britischen Anthropologen Ashley Montagu, so ist es die Idee des Lebens, jung zu sterben – und das so spät wie möglich. Und wie das? Wie stirbt man so spät wie möglich? Da helfen uns junge, katholischen Nonnen: Sie wurden beim Eintritt in ein Kloster aufgefordert, [...]- Weiterlesen

Wie die Unesco mit dem Label “Weltkulturerbe” unsere Städte zerstört …

26. Jul. 2014

…, erklärt der italienische Journalist Marco d’Eramo in einem erfrischend polemischen Artikel in der Wochenendausgabe der taz. Pulsierende Städte seien dem tödlichen Fluch des Tourismus preisgegeben, sobald sie den Unesco-Titel “Welterbe der Menschheit” erhielten, so sein Credo. Der Wunsch, das „Erbe der Menschheit haltbar zu machen“ gehe zwangsläufig einher mit der Verhinderung von weiterer Entwicklung. [...]- Weiterlesen

Was mich hier (auf Facebook & im Netz allgemein) nervt

26. Jul. 2014

Wie wohl die meisten Menschen mit Herz gehen auch mir die Nachrichten aus Gaza und Israel, aus Syrien, dem Irak sowie der Ukraine emotional nahe. Die neuen Medien, die uns mit immer neuen Meldungen und Bildern zuschütten, tun ihr übriges. TRAURIG finde ich es jedoch, wie viele Freundinnen und Freunde nur noch für eine Seite [...]- Weiterlesen

ROSETTA: NavCam-Bild vom 24.7.2014

25. Jul. 2014

Auf dem Rosetta-Blog ist ein neues NavCam-Bild erschienen, das gestern (24.7.) aufgenommen wurde. Es hat sich auch bereits jemand an der Nachbearbeitung versucht. Das Ergebnis ist im selben Artikel zu sehen. Ich habe die Full-Frame-Aufnahme auf meinen Computer heruntergeladen und mich selbst an der Nachbearbeitung versucht. (Mehr in: BrainLogs)

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Das soziale Leben der Tyrannenechsen

24. Jul. 2014

Über die Probleme, das Verhalten und die Lebensweise ausgestorbener Tiere wie zum Beispiel der Dinosaurier zu erforschen, hatte ich ja schon geschrieben. Denn schließlich kann man da ja nicht einfach wie bei heute lebenden Tieren mit der Kamera und Notizbuch losziehen. (Mehr in: BrainLogs)

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ROSETTA: Erste Details auf Kometenkern erkennbar

24. Jul. 2014

Heute wurden auf dem Rosetta-Blog der ESA neue Bilder der Teleskopkamera des OSIRIS-Kamerasystems gezeigt, Die drei Bilder wurden am 20. juli im Abstand von jeweils zwei Stunden aufgenommen. Ferner wurde aus dem bis jetzt vorhandenen Bildmaterial ein Computermodell der Oberfläche generiert. Dieses wird als kurzer Videoclip gezeigt. (Mehr in: BrainLogs)

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Francoise Barré-Sinoussi und ihr Kampf gegen AIDS

24. Jul. 2014

Warum Aids-Forschung immer auch eine politische Dimension hat und eine Wissenschaftlerin gleichzeitig eine international agierende Aktivistin sein kann. Forscherin und politische Rednerin in einem – für Nobelpreisträgerin Barré-Sinoussi scheint das unumgänglich, wenn man Forschung zum Wohle der Menschheit betreibt. Sie hat als Präsidentin der Internationalen Aids-Society (IAS) die Welt-Aids-Konferenz in Melbourne eröffnet und wird nicht [...]- Weiterlesen

Bücher von Klaus-D. Sedlacek

Computer und Technologie

Secusmart: Blackberry kauft Merkel-Phone-Entwickler

29. Jul. 2014

Der kanadische Smartphone-Hersteller hat das Düsseldorfer Technologieunternehmen Secusmart übernommen. Damit bekommt Blackberry die Abhörschutz-Technik für Politiker. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Silicon Valley: Der Widerstand gegen den dritten Goldrausch

29. Jul. 2014

Google, Apple, Facebook, WhatsApp – südlich von San Francisco wird das Internet ständig revolutioniert. Ein Besuch der Start-up-Szene und ihrer Gegner (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Facebook-Messenger: Facebook zwingt zur Zweit-App für mobiles Chatten

29. Jul. 2014

Facebook-Nutzer werden sich bald nicht mehr über die bisherige Smartphone-App mit Freunden unterhalten können. Das Unternehmen verfolgt damit eine langfristige Strategie. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Schufa: Identitätsdiebstahl führt Jahre später zu falschen Forderungen

29. Jul. 2014

Im Jahr 2009 bestellten Kriminelle mit den Daten unserer Autorin Waren an eine falsche Adresse. Nun tauchen plötzlich alte Forderungen von damals auf. Wer hat Schuld? (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Lebenswertere Städte durch Big Data

29. Jul. 2014

Die Firma Snips will die Datenquellen von Großregionen anzapfen, um die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern.

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Ein Stift zum dreidimensionalen Zeichnen

29. Jul. 2014

Mit dem CreoPop lassen sich mit etwas Geschick 3D-Figuren erstellen. Im Gegensatz zu bisherigen Geräten funktioniert das mit kalter Kunststofftinte.

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Flatrate: Kabel Deutschland wegen Internet-Drosselung verurteilt

28. Jul. 2014

Wer mehr als zehn Gigabyte am Tag herunterlädt, dem drosselt Kabel Deutschland die Download-Geschwindigkeit. Darauf werde nicht klar hingewiesen, bemängelt ein Gericht. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

“Darkwood”: Auch Pixel-Optik kann furchterregend sein

28. Jul. 2014

Indie-Games wie “Darkwood” sind gruseliger als viele Blockbuster-Horrorspiele. Die Angst entsteht hier durch Reduktion, nicht durch Monsterhorden und Splattereffekte. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Schlüssel zum Ausklappen

28. Jul. 2014

Der Keeo von Neuland Innovation meldet nicht nur vermisste Geräte, sondern bietet auch einige Werkzeuge zum Ausklappen an.

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Drohne stets zu Diensten

28. Jul. 2014

Unbemannte Fluggeräte gelten bei vielen immer noch als Hype. Dabei können sie weitaus mehr, als günstige Luftbilder zu schießen, und werden den Luftraum verändern.

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