03.02.2010 |Beiträge |

Der neuronale Ursprung des Glaubens.

Magnetresonanztomografieaufnahmen  eines menschlichen Gehirns Bild: solipsist Lizenz-cc-by

Magnetresonanztomografieaufnahmen eines menschlichen Gehirns Bild: solipsist Lizenz-cc-by

In der Antike wohnte Zeus, der mächtigste Gott der Griechen, auf dem Olymp. Heutige Neurowissenschaftler haben dagegen einen obersten Lenker im Hippocampus des menschlichen Gehirns aufgespürt. Haben sie die Wurzeln des Glaubens gefunden?

Ins Grübeln kamen die Forscher schon vor Jahrzehnten, als der US-amerikanische Psychologe Burrhus F. Skinner seine Untersuchungen zur Entstehung des Aberglaubens Ende der 1940er Jahre durchführte und veröffentlichte. Laut der Fachzeitschrift „Monitor on Psychology” ist Skinner der bedeutendste Psychologe des 20. Jahrhunderts.

Die Psychologie versteht unter Aberglauben keineswegs eine von den Dogmen der Kirche abweichende Glaubensform. Vielmehr gilt ein irrationales Regelwissen, das sich nicht objektiv bestätigen lässt, als Aberglaube. Irrationale Verhaltensformen zählen ebenfalls dazu. Zum Aberglauben gehört, dass Menschen an einem Freitag, den 13. nicht aus dem Haus gehen wollen, damit ihnen kein Unglück passiert oder dass sie glauben, ein persönlicher Talisman sei ursächlich für ihr Glück.

Aberglaube und Glaube hängen eng zusammen. Unter Glauben im nichtreligiösen Sinn versteht man, dass ein Sachverhalt hypothetisch für wahr gehalten wird. Das lässt im Gegensatz zum Aberglauben die Möglichkeit des Irrtums zu, ganz nach dem Motto: »Es könnte auch anders sein«. Glauben im religiösen Sinn lässt dagegen nicht zu, dass es auch anders sein könnte. Insofern gleichen religiös motivierter Glaube und die daraus folgenden Verhaltensformen dem unbestätigten Regelwissen, das in den nächsten Abschnitten näher beleuchtet wird.

Wie Glaube und Aberglaube anfangen.

Skinner untersuchte zunächst, wie Belohnung das Verhalten von Ratten oder Tauben konditioniert. Seine Lernexperimente hatten folgenden prinzipiellen Ablauf: Das Versuchstier wurde in einen Testkäfig gesetzt, der mit einem speziellen Mechanismus oder einen Hebel ausgestattet war (Skinner-Box). Ein bestimmtes Verhalten, wie die Betätigung des Hebels oder das Lösen einer Aufgabe führte dazu, dass das Versuchstier automatisch eine kleine Menge Futter erhielt. Ein mehrmaliges Zusammentreffen des bestimmten Verhaltens mit der Futterausgabe führte zu einer Konditionierung derart, dass das Versuchstier die Regel lernte, deren Befolgung belohnt wurde. Es wiederholte danach ständig die zum Erfolg führende Verhaltensweise (vgl. »How Do Your Superstitions Get Started?« http://www.youtube.com/watch?v=04TDoiqohKQ ).

In einer weiteren Versuchsreihe änderte Skinner die Regel. Er wollte wissen, was unkonditionierte Tauben lernen, wenn die automatisierte Futterausgabe mit zufälligem Zeitabstand erfolgt. Die Regel lautet in diesem Fall, dass es keine Regel gibt. Kein Verhalten konnte den zeitlichen Abstand bis zur nächsten Futterausgabe beeinflussen. Die Tauben brauchten nur zu warten, aber sonst nichts zu tun. Es geschah dennoch etwas Seltsames.

Nach dem mehrmaligen zufälligen Zusammentreffen von Flügelspreizen mit der Futterausgabe hatte die eine Taube irrtümlich »gelernt«, dass Flügelspreizen zu Futter führt. Fortan hörte sie nicht mehr auf, ihre Flügel zu spreizen, obwohl das keinerlei Einfluss darauf hatte, wann die Futterausgabe erfolgte. Eine andere Taube, deren Halsverrenkungen mehrmals mit einer Futterausgabe zusammentrafen, wollte von ihrem Tun nicht mehr lassen. Auch sie hatte ein Regelwissen gelernt, das durch nichts begründet war. Eine dritte Taube schließlich drehte sich nach kurzer Zeit immer im Kreis, weil bei ihr zweimal eine Körperdrehung mit der Futterausgabe zusammenfiel. Jede dieser Verhaltensweisen war durch keinen realen Zusammenhang begründet, aber die armen Tiere glaubten offensichtlich an ihr Regelwissen und sahen sich immer wieder bestätigt, als nach einer zufälligen Zeitdauer tatsächlich Futter kam. Die Tauben waren abergläubisch geworden.

Auch wir Menschen können sehr schnell im psychologischen Sinn abergläubisch werden. Jeder hat wahrscheinlich schon einmal Kinder vor einem Aufzug warten sehen. Die Kinder haben irgendwann einmal gelernt, dass Drücken auf dem Aufzugknopf dazu führt, dass der Aufzug kommt. Einige drücken immer wieder und wieder, obwohl der Aufzug dadurch nicht schneller kommt. Dennoch können sie von ihrem abergläubischen Tun nicht lassen. Und wenn dann der Aufzug mal schneller kommt als erwartet, fühlen sie sich in ihrem Tun bestätigt. Das Magazin „Gehirn & Geist” (Heidelberg) fasste Anfang 2009 die Ursachen von abergläubischem Verhalten so zusammen: »Menschen neigen zu der Vorstellung, gleichzeitige Ereignisse seien kausal miteinander verknüpft, obwohl sie in Wirklichkeit voneinander unabhängig sind«.

Fiktive Gesichter in verrauschten Bildern.

Das menschliche Gehirn birgt weitere Überraschungen. Es neigt nicht nur dazu Regeln zu suchen und zu finden, wo es keine gibt, es glaubt auch dort Muster zu erkennen, wo gar keine vorhanden sind. Das bekannteste Beispiel für diese Tatsache ist das Gebilde auf einem Foto von der Marssonde Viking 1 im Jahr 1976. Die Medien gaben der entdeckten Struktur die Bezeichnung »Marsgesicht«. War es das Werk intelligenter Wesen? Noch 1998 rätselte der Astronom Prof. Harald Lesch in einer Sendung des Bildungsfernsehens Alpha-Centauri: »Was ist dran am Marsgesicht?«

Im Jahr 2001 kam dann die Lösung. Die neuerliche Marssonde Global Surveyor schickte ein detailreiches Foto vom »Marsgesicht« zur Erde. Nun konnte jeder erkennen, dass das Gesicht überhaupt kein Gesicht ist, sondern eine verwitterte Felsformation, die anscheinend durch natürliche Prozesse entstand.

Manche Menschen neigen regelrecht dazu, in Zufallsmustern oder total verrauschten Bildern am Bildschirm Gesichter zu erkennen, wie der Züricher Neuropsychologe Dr. Peter Brugger im Rahmen von Experimenten nachwies. Er bezeichnete diese Menschen nach einem Bibelspruch (Matthäus 25, 32) als »Schafe«. Brugger konnte auch nachweisen, dass die zusätzliche Einnahme der Vorstufe des Botenstoffs Dopamin (L-Dopa), dazu führt, dass mehr fiktive Gesichter im Rauschen erkannt werden (vgl. bild der Wissenschaft 1/2010).

Offensichtlich scheint die Biochemie des Gehirns einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Glauben bzw. Aberglauben zu haben. Und Aberglaube entsteht schnell, wie wir weiter oben gesehen haben. Diesen wieder zu verlieren bedarf es ungleich größerer Anstrengungen. Eine einfache Aufklärung genügt da selten. So kann es nicht verwundern, dass zahlreiche Menschen weiterhin glauben, beim Marsgesicht handele sich um das Werk intelligenter Wesen.

Was sind das für Gehirnfunktionen, die einerseits die Bildung von Aberglauben fördern, andererseits seine Auflösung erschweren. Seit wenigen Jahren zeichnen Hirnforscher die Umrisse eine Theorie, die allerdings erst durch Einzelfälle oder wenige Studien belegt ist. So können die Forscher nun durch die modernen bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) dem Gehirn bei der Arbeit zuschauen und sind auf erstaunliche Dinge gestoßen. Die fMRI ist eine relativ junge Weiterentwicklung der klassischen Magnetresonanztomographie. Durchblutungsänderungen im Gehirn stehen mit neuronaler Aktivität im Zusammenhang. Mit dem neuen Bildgebungsverfahren können diese Änderungen nun sichtbar gemacht werden, indem der Blutgehalt des Gewebes während des Experiments mit dem eines anderen Zeitpunkts verglichen wird.

Der oberste Lenker im Hippocampus.

Nach der Theorie werden Sinnesreize, die ins Gehirn dringen, zunächst in verschiedenen Arealen des Großhirns analysiert. Bei visuellen Reizen geschieht das beispielsweise in der Sehrinde des Hinterkopfs. Anschließend werden alle Informationen dem Schläfenlappen zugeführt. Dort wird Sprache verarbeitet, den Informationen Bedeutung verliehen und Inhalte mit der Gefühlswelt verwoben. In den tieferen Regionen dieses Hirnlappens werden wertfreie Information beispielsweise mit Wut, Ekel, Glück oder auch nur Gleichgültigkeit verknüpft. Die alles entscheidende letzte Verarbeitungsstufe sitzt aber noch ein kleines Stück tiefer im Inneren, nämlich in einem Gebilde, das wegen seiner Form Hippocampus (Seepferdchen) getauft wurde.

Das Gehirn wird mit einer Unmenge von Daten überschwemmt, wichtigen und unwichtigen, sinnvollen und widersprüchlichen. Die Aufgabe des Hippocampus ist es das auszuwählen, was plausibel und wichtig ist. Das muss blitzschnell geschehen. Um der Aufgabe gerecht zu werden, vergleicht der Hippocampus das Wahrgenommene unentwegt mit Hypothesen, die parallel an anderer Stelle des Gehirns aufgestellt wurden. Beispielsweise werden halb verstandene Wortfetzen oder bruchstückhaft gehörte Sätze mit Hypothesen über das ganze Wort oder den ganzen Satz solange verglichen, bis eine der Hypothesen als die plausibelste Erklärung erscheint. Erst danach dringt das Ergebnis ins Bewusstsein. Wenn man so will, ist der Hippocampus der oberste Lenker oder Zensor im menschlichen Gehirn.

Wenn die Theorie stimmt, dann muss man davon ausgehen, dass der Plausibilitätsfilter im Hippocampus zwar effektiv arbeitet, aber auch fehleranfällig ist. Beispielsweise können Drogen oder ein Übermaß am Botenstoff Dopamin dazu führen, dass sich abergläubische Inhalte, Visionen und Halluzinationen leichter im Kopf bilden. Umgekehrt führt Dopaminmangel zu einer phantasielosen, rationalen Betrachtung der Welt.

Parkinson-Patienten, bei denen die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn allmählich absterben, sind in ihrer Planungsfähigkeit beeinträchtigt, ohne dement zu sein und ihre Religiosität ist stark vermindert gegenüber Patienten mit anderen schweren Krankheitsverläufen. Planungsfähigkeit ist aber die Voraussetzung für die Bildung jener Hypothesen, die der Hippocampus für die Wahl der plausibelsten Alternative benötigt.

Gott im Kopf.

Ein weiteres Beispiel trug der renommierte US-amerikanische Hirnforscher Vilayanur Ramachandran vor. Eines Tages erschien der stellvertretende Leiter eines Heilsarmeebüros in seinem Labor an der University of California. Ramachandran gab ihm den Namen Paul. Der Patient erlebte immer wieder Momente großer Erleuchtung. Er fühlte sich dabei höchst beglückt und eins mit dem Schöpfer.

Die genauere Untersuchung ergab, dass Paul in jenem Teil seines Gehirns regelmäßig von elektrischen Stürmen heimgesucht wurde, in dem Informationen Bedeutung erhalten und mit Emotionen verwoben werden, nämlich dem Schläfenlappen. Paul litt unter einer Schläfenlappenepilepsie, die ihn nicht bewusstlos werden ließ, sondern Halluzinationen bescherte. »Ramanchandran und seine Mitstreiter suchen nun nach Gott im Kopf« (zitiert nach Spiegel Special 4/2003) und weiter: »Noch allerdings steht die neu ausgerufene Disziplin der ‘Neurotheologie’ am Anfang.«

Ramanchandrans Eifer schießt wohl über das Ziel hinaus. Er hat die Rechnung ohne den obersten Zensor in Pauls Kopf, dem Hippocampus, gemacht. Denn dieser ist es, der ein ‘eins sein mit dem Schöpfer’ als wahrscheinlichste Hypothese zulässt. Die Störungen durch das elektrische Gewitter des epileptischen Anfalls können vom Hippocampus nicht richtig bewertet werden, weil keine alternativen Hypothesen zur Verfügung stehen. Wenn man weiß, wie ein Gehirn gestrickt ist, verwundert es nicht, wenn jeder »normale« Mensch dem einen oder anderen Glauben, um nicht zu sagen Aberglauben, anhängt. Das gilt umso mehr, wenn es im Gehirn zu Fehlfunktionen kommt.

Die trivial erscheinende Lehre, die man aus den Experimenten ziehen muss, ist folgende: Glaube darf nicht mit Wahrheit verwechselt werden. Wenn es überhaupt Zusammenhänge von Glaubensinhalten mit der physikalischen Realität gibt, so können diese ganz anders aussehen, als man sich vorstellt. - Klaus-Dieter Sedlacek

Science-Wissen

Zwillingsparadoxon nachgerechnet

17. Okt. 2014

Viele meiner Webseiten mache ich nicht für Publikum sondern für mich. Als ich noch aktiv in Internetforen über Relativitätstheorie debattiert habe, hatte ich mir einmal die Arbeit gemacht, das Zwillingsparadoxon der Relativitätstheorie detailliert nachzurechnen. Die Rechnungen machte ich mit Bleistift auf Papier und als alles fertig war, machte ich eine Website draus, damit ich die [...]- Weiterlesen

Narbenhaut – Ein starkes Fantasy-Hörspiel mit Tiefendimensionen von Dane Rahlmeyer

11. Okt. 2014

Die Diskussion zum Blogpost der letzten Woche um die Rolle von Mythen in der modernen Fantasy hatte sich sehr schnell auf Bücher konzentriert. Doch machen wir uns bewusst: Schrift ist erst wenige tausend Jahre alt – davor (und daneben) wurden Erzählungen vor allem gehört! Und interessanterweise sind es gerade die neuen Medien und Technologien (wie [...]- Weiterlesen

Facebook-Führerschein und Freisurfer

11. Okt. 2014

Neuerdings wird immer wieder gefordert, das Surfen sollte in der Schule gelehrt werden. Was denn noch alles? Witzig, was alles NICHT in der Schule vorkommt: Psychologie, Medizin, Jura, Wirtschaft, Selbstentwicklung – na, alles, was wir im Leben brauchen. Und dann kommen immer neue Forderungen hinzu, das Internet zum Beispiel. Dabei muss man doch bitteschön zuerst [...]- Weiterlesen

Eine Antwort an Rolf Nemitz

03. Okt. 2014

Rolf Nemitz betreibt den Blog »Lacan entziffern« und ist in relevanten Kreisen kein unbekannter Name. Heute hat er in seinem Blog einen Text veröffentlicht zu meiner im vorigen Jahr bei Merve erschienenen Übersetzung von Itzhak Benyaminis »Narzisstischer Universalismus. Eine psychoanalytische Untersuchung der Paulusbriefe mit Freud und Lacan«. Es ist irgendwie schon interessant zu lesen, wie [...]- Weiterlesen

Old School Infografik

03. Okt. 2014

Ich hätte nicht gedacht, dass es mir einmal Spaß machen würde, meine alten Lernaufschriebe aus dem Studium durchzublättern. Als ich wegen eines Umzugs den Drang zum Aussortieren verspürte – mehr als 6 Umzugskisten und ich komme mir vor wie ein „Horder“ – fand ich meine Notizen zur „Entstehung der Arten“ von Darwin wieder, die ich [...]- Weiterlesen

Hyperactive Agency Detection Device (HADD) und Natürliche Selektion

02. Okt. 2014

Mein Blognachbar Michael Blume von Natur des Glaubens wird des Öfteren wegen seiner Studienergebnisse zur Religiosität und Kinderzahl, persönlich und fachlich angegriffen. Fazit seiner Forschungsarbeiten: Religiöse haben im Durchschnitt mehr Kinder als Nichtreligiöse. Viele Blogleser stellen dann die Frage: Kommt dieser Fortpflanzungserfolg durch natürliche (gerichtete) Selektion zustande? (Mehr in: WissensLogs)

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On writing about agriculture

02. Okt. 2014

A few weeks or even months ago a farmer asked for an article about my way of communication in agriculture as I’m doing this already since 2010. During this time i wrote about a couple of examples, which might be interesting, because the reactions of my readers turned out to be a lot different from [...]- Weiterlesen

Kosmos

Symposium: Neuromodulation gegen Kopfschmerzen – Biologische Begründung und klinische Wirksamkeit

20. Nov. 2014

Heute eröffnet das Scottsdale Headache Symposium und schon gestern gab es einen halbtägigen „Advanced Pre-Course“ zum Thema „Neuromodulation gegen Kopfschmerzen – Biologische Begründung und klinische Wirksamkeit.“ Unter dem Hashtag #AHS14AZ kann man auf Twitter den Tag gestern nachvollziehen und bis Sonntag weitere Infos zur aktuellen Kopfschmerzforschung  verfolgen.     (Mehr in: KosmoLogs)

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AstroGeo Podcast: Die erste Kometenlandung

20. Nov. 2014

Am 12. November 2014 landete erstmals in der Geschichte eine Raumsonde auf einem Kometen: Philae. Nach zwei ungewollten Hüpfern stand Philae – und begann wissenschaftliche Daten der  unbekannten Kometenwelt zu sammeln. Leider arbeitete die Sonde nur 56 Stunden – danach war die Hauptbatterie an Bord erschöpft. Sechs Tage später traf ich mich mit Fred Goesmann für ein Interview: Er ist leitender [...]- Weiterlesen

Schwarmfinanzierte Mondlandung im Jahr 2024?

19. Nov. 2014

Ambitioniert, was die britische Firma “Lunar Missions Ltd.” da vorhat: Bis zum Jahr 2024 einen Lander auf dem Mond absetzen, finanziert durch Spendengeber aus der ganzen Welt. Eine Crowdfundingaktion auf kickstarter.com, heute gestartet, soll die ersten 770000 Euro heranschaffen, um das Projekt anzuschieben. Die restliche Mission soll später von Sponsoren und durch den Verkauf digitaler [...]- Weiterlesen

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Holtzbrinck-Preis 2014: Laudatio auf Reto Schneider

17. Nov. 2014

Am 14. Oktober wurden in Berlin die Preisträger des diesjährigen Georg von Holtzbrinck-Preises für Wissenschaftsjournalismus geehrt. Ich hatte das Vergnügen, die Laudatio auf den Kollegen Reto Schneider von “NZZ Folio” zu halten, den Sieger in der Kategorie “Print”. Schneider hatte gleich drei exzellente Texte eingereicht, von denen “Die Rettung Angelinas” uns Juroren einhellig als der beste des [...]- Weiterlesen

Na also: OSIRIS-Bilder von Philae vor und nach dem ersten Touchdown

17. Nov. 2014

Es war lange klar, dass die OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta weit bessere Bilder von Philae auf der Oberfläche des Kometen gemacht haben musste als die NavCam. Die Frage war eher, wann wie sie sehen dürfen. Die Antwort: heute! Die Bilder sind wirklich beeindruckend, sie zeigen den Lander vor und nach dem ersten Touchdown, als [...]- Weiterlesen

Existiert ein transzendenter physikalischer Bereich jenseits von Raum und Zeit?

Eine faszinierend rationale, wissenschaftliche Erklärung für die Existenz eines transzendenten physikalischen Bereichs jenseits von Raum und Zeit findet sich hier:

Experten zu aktuellen Themen

Hemd. Komet. #Shirtstorm

19. Nov. 2014

Tja, was soll man da sagen. [Geht zu einem der Pfeiler, prüft die sichere Befestigung.] Mit so einem Thema kann man ja eigentlich nur ins Fettnäpfchen treten. [Geht zum anderen Pfeiler, prüft.] Wollen Sie vorher vielleicht nochmal nachlesen, wie das mit der Rosetta-Sonde und Philae war? Dazu gab es hier auf den Scilogs ja reichlich [...]- Weiterlesen

Kurz & Knapp KW 47/2014

19. Nov. 2014

Unter der Rubrik “Kurz & Knapp” finden sich Hinweise und Links auf Meldungen und Webseiten, die mir nebenbei auffallen, aber auf die Schnelle keinen eigenen Blogeintrag hier erhalten. Sei es, weil mir die Zeit fehlt, sei es, weil sie am besten für sich selbst stehen oder das Thema Raumfahrt eher am Rande betreffen: Airbus entwickelt [...]- Weiterlesen

Jähn, Nespoli & Co in Meckpomm

19. Nov. 2014

Ich hab eine schlechte Nachricht für Sie: Sie haben die 30. Raumfahrttage in Neubrandenburg verpasst. Das ist echt bitter. Rekapitulieren wir mal kurz im Überblick, was Sie da versäumt haben. Und außerdem noch gleich zur Einleitung: Das Ereignis „Raumfahrttage Neubrandenburg“ schließt automatisch auch immer die Orte Neustrelitz und Peenemünde mit ein. Alles im schönen MeckPomm [...]- Weiterlesen

Blume des Jahres 2015 – der Gemeine Teufelsabbiss

18. Nov. 2014

So langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu, und damit wird es auch wieder Zeit, die verschiedenen Tiere, Pflanzen und Dinge des nächsten Jahres zu betrachten. So was ist ja auch eine nette Gelegenheit, auf das eine oder andere Mauerblümchen hinzuweisen. Wobei es sich hier tatsächlich. um eine Blume handelt. Den Gemeinen Teufelabbiss (Succisa [...]- Weiterlesen

Neue UEFA-Regel – 3 Minuten zur Diagnose: Chronisch traumatische Enzephalopathie

18. Nov. 2014

„The new rules take effect immediately“, sagt die BBC. Unverzüglich, also heute Abend schon am Spieltag: Nationalteams Freundschaftsspiele, Anstoß 20:45. Ich bin gespannt, ob es zu längeren Pausen heute kommt. Die Kosten der Kopfbälle und Kopfschmerzen nach Gehirnerschütterung im Sport waren zwei Themen im Oktober bzw. Juni dieses Jahren hier im Blog. Gestern dann die Nachricht auf BBC: Concussion in football not taken [...]- Weiterlesen

Tatort: Zeit der Spökenkieker

18. Nov. 2014

Die Tatort-Krimis im ARD loten gerne die schlammigen Tiefen der modernen Gesellschaft aus. Die Ermittler gehen mit großer Ernsthaftigkeit zu Werke, nur Ausnahmefällen dürfen die Zuschauer lachen (Münster – Thiel/Boerne). Meist wird alles sauber und ordentlich aufgeklärt. Am Sonntag, im Tatort „Vielleicht“ aus Berlin, änderte sich das Bild: zum ersten Mal erhielt das Ermittlerteam geisterhafte [...]- Weiterlesen

556 dicke Boliden in 20 Jahren

18. Nov. 2014

Sensoren im Besitz der US-Regierung (zumeist Infrarot-detektoren auf Satelliten, die Nuklearwaffentests oder Starts von Atomwaffenträgern registrieren sollen) haben im Zeitraum von 1994-2014 insgesamt 556 Boliden ab einer Energie von 1 GJ registriert. Boliden sind in der Erdatmosphäre zerplatzende Asteroiden so wie am 15.2.2013 über Tscheljabinsk oder am 30.6.1908 über Tunguska. (Mehr in: BrainLogs)

[...]- Weiterlesen

Neuer Schwung beim Klimaschutz

18. Nov. 2014

Die überraschende Übereinkunft zwischen den USA und China über ihre Klimaschutzziele bringt neuen Schwung in die internationale Klimadiplomatie, die im kommenden Jahr beim Klimagipfel in Paris endlich einen Klimaschutzvertrag erreichen möchte, der diesen Namen auch verdient. Zusammen mit dem 40% Reduktionsziel der EU haben sich jetzt die drei wichtigsten Treibhausgasverursacher, zusammen für 55% der Emissionen [...]- Weiterlesen

Sonnenfleck AR2192: Äch bän wieder da!

17. Nov. 2014

Die riesige Sonnenfleckengruppe AR2192, die ich am 24. Oktober ablichtete, nachdem sie sich bereits in zwei Teile getrennt hatte, und die auch Jan Hattenbach mehrfach erwischte (siehe hier und hier) hat ihre Reise um die Sonne überlebt und ist nun wieder auf der sichtbaren Sonnenscheibe zu sehen, ähnlich fett und bräsig (und aktiv) wie bei [...]- Weiterlesen

Statt Weltraumforschung – Hunger und Armut beenden! Oder so ähnlich…

17. Nov. 2014

Manche Leute haben schon etwas schlichte Vorstellungen, wie die Welt da draußen so funktioniert. Das hat sich auch anlässlich der Landung von Philae auf der interplanetaren Hüpfburg Tschurjumow-Gerasimenko mal wieder gezeigt: In den Kommentarspalten der größeren Nachrichtenportale und vor allem in Foren kann man auch diesmal wieder die beliebte Forderung lesen, man solle doch mit [...]- Weiterlesen

Falling Walls Lab: Vortrags-Marathon der jungen Forscher- und Innovatoren-Elite

16. Nov. 2014

Ein Tag, drei Minuten und 100 junge schlaue Köpfe aus aller Welt: Das Falling Walls Lab in Berlin fordert und fördert jeden – Redner, Organisatoren, Jury und Zuhörer. Doch es lohnt sich. Passend zum 25. Jubiläum des Berliner Mauerfalls stürzten am vergangenen Wochenende einige Mauern, die uns bislang vom Fortschritt trennten: Dank der Erfindung des [...]- Weiterlesen

Philae beim Sprung fotografiert

16. Nov. 2014

Das nennt man Citizen Science: Eamonn Kerins, Astrophysiker an der University of Manchester, hat zwar direkt nichts mit der Rosettamission zu tun, schnappte sich aber die frei verfügbaren Bilder der Rosetta NAVCAM von vor und nach dem ersten Aufsetzen des Landes, die hier bereits (22:45 MEZ…) als animiertes Bild gezeigt wurden. Und subtrahierte die beiden [...]- Weiterlesen

So geht Rosetta/Philae-Kommunikation: Modern und ohne Maulkorb

15. Nov. 2014

So kann Wissenschaftskommunikation bei Rosetta auch aussehen: Anstatt wie andere Teams ihre Ergebnisse vor der Öffentlichkeit zu verstecken, nutzte heute ein Mitglied des Philae-MUPUS-Teams (Multi-Purpose Sensor) den Kurznachrichtendienst Twitter, um von einem fahrenden Zug von Deutschland in die Schweiz neueste Resultate von den Untersuchungen der Kometenoberfläche in die Welt zu zwitschern und beantwortete gleich noch [...]- Weiterlesen

Bis bald, Philae!

15. Nov. 2014

Nach nur zweieinhalb Tagen Aktivität ist Philae vorerst der Strom ausgegangen. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass der Lander zunächst seine Batterie mit knapp 60 Stunden Kapazität aufbraucht, in der Zeit aber einen Akku mit Sonnenlicht auflädt. Nur leider war Philae bei seiner unvorhergesehenen Hopserei auf dem Kometen so unglücklich zwischen ein paar Felsen gelandet, [...]- Weiterlesen

ROSETTA-Navcam sah Philae-Landung!

15. Nov. 2014

Zumindest die erste Landung von Philae, die fast genau auf der anvisierten Landestelle stattfand und auch fast genau zum vorausberechneten Zeitpunkt, wurde offenbar mit der Navigationskamera an Bord von Rosetta beobachtet – zumindest indirekt, in Form einer Veränderung in Bildern, die kurz vor und kurz nach dem ersten Aufsetzen gemacht wurde. Mehr, bit Bildsequenzen, in [...]- Weiterlesen

Bücher von Klaus-D. Sedlacek

Computer und Technologie

Videospiele: Keine Maus, kein Problem

20. Nov. 2014

Für viele körperlich behinderte Menschen bleibt die Welt der Videospiele verschlossen. Das macht die Community erfinderisch: Bastler tüfteln an neuen Eingabemethoden. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Suchmaschinen: Firefox wechselt zu Yahoo

20. Nov. 2014

Der Internetbrowser Firefox wendet sich in den USA von Google ab. Voreingestellte Suchmaschine wird dort Yahoo. Das könnte den Kampf um Marktanteile verschärfen. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Wärmebildkamera zum Aufstecken

20. Nov. 2014

Die Seek Thermal Camera macht aus iPhone- und Android-Geräten IR-Aufnahmegeräte, die beispielsweise Wärmebrücken darstellen können.

(Mehr in: Technology Review)

Tower an Drohne: Bitte kommen!

20. Nov. 2014

Ein US-Unternehmen entwickelt eine automatische Flugüberwachung für kommerzielle Drohnen-Flotten. Vor allem die Sportfliegerei könnte ihnen sonst in die Quere kommen.

(Mehr in: Technology Review)

Cloud Gaming: Games aus der Wolke

19. Nov. 2014

Mit Nvidia startet der nächste Anbieter einen Streaming-Dienst für Spiele. Doch noch gibt es drei wesentliche Hürden, bevor Cloud Gaming wirklich massentauglich ist. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Wasser macht Licht

19. Nov. 2014

Eine Batterie, die man nass macht, damit sie Strom erzeugt? Das geht wirklich.

(Mehr in: Technology Review)

Bessere Stimmung durch elektrische Hirnstimulation

19. Nov. 2014

Ein per Smartphone steuerbares Headset soll Nutzern einen Energieschub geben. Es wird von einem US-Start-up entwickelt.

(Mehr in: Technology Review)

USA: Republikaner verhindern Obamas Geheimdienst-Reform

19. Nov. 2014

Präsident Obama wollte die massenhafte Telefonüberwachung von US-Bürgern eindämmen. Dafür fehlte ihm jedoch die Mehrheit. An den Aktivitäten der NSA ändert sich nichts. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Messenger: WhatsApp führt sichere Verschlüsselung ein

18. Nov. 2014

Lange Zeit scherte sich WhatsApp wenig um sichere Kommunikation. Das ändert sich nun: Die neuste Version nutzt endlich eine anerkannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)

Chaos Computer Club: Der Hack, mit dem alles begann

18. Nov. 2014

Vor 30 Jahren sorgte der Chaos Computer Club mit dem Hack des Bildschirmtextes erstmals für Aufsehen. Über den genauen Ablauf ist man sich bis heute uneinig. (Mehr in: ZEIT ONLINE: Alles digital)