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Ölpest: US-Regierung besteht auf Operation "Bottom Kill"

Klare Ansage: BP darf nicht auf die Operation “Bottom Kill” verzichten. Die US-Regierung hat den Konzern zur Versiegelung des Öllecks verpflichtet. BP hatte spekuliert, das Verstopfen des Hohlraums zwischen Innen- und Außenrohr sei bereits durch das erste Versiegeln erreicht worden.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

Satellitenbild der Woche: Welt in Flammen

Die Feuer in Russland sind keine Ausnahme: Weltweit lodern Zigtausende Buschbrände. Die meisten brennen jedoch in der Wildnis, wie ein aktuelles Satellitenbild zeigt. Paradoxerweise legt Regen die Grundlage für die Feuer.
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Dämpfe in Flugzeugen: Das Giftgespenst fliegt mit

Macht Fliegen krank? Nach einem Bericht des NDR können giftige Dämpfe im Inneren von Passagierflugzeugen die Gesundheit von Passagieren und Besatzungen schädigen. Bei genauem Hinsehen stellt sich heraus: Für die Existenz einer Gefahr gibt es keinen Beweis.
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Nano-Instrument: Sensor misst das Schlagen im Inneren einer Herzzelle

Elektrotechnik im Kleinstformat: Chemiker haben einen Nanosensor entwickelt, mit dem man Messungen im Inneren einer lebenden Zelle durchführen kann. Damit haben sie das Schlagen von Hühner-Herzzellen erfasst. Nun nehmen sie andere Anwendungen ins Visier.
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Emergenz: Ist die Welt mehr als die Summe ihrer Teile?

Der französische Philosoph Voltaire schilderte, wie der englische Naturforscher Isaac Newton (1642-1726) unter einem Apfelbaum saß und vor sich hin grübelte. Als ein Apfel sich vom Zweig löste und auf Newtons Kopf fiel, wurde die moderne Physik geboren.

Die mechanische Ordnung.

Der Aufprall der Frucht soll dazu geführt haben, dass Newton den Grundstein für die Fallgesetze, die klassische Mechanik und die exakten Gesetze der Gravitation und Bewegung legte und in seiner Schrift Philosophiae Naturalis Principia Mathematica 1687 veröffentlichte.

Newtons Gesetze waren in der Tat umwälzend. Zwar wusste man seit der Antike, dass Regelmäßigkeit eines der Prinzipien der Natur ist. Die Prinzipien wurden jedoch weniger durch präzise Formeln ausgedrückt. Newton beobachtete nicht nur die Regelmäßigkeiten, sondern formulierte sie als Gesetze in exakter mathematischer Form.

Die simplen Regeln, die auch die Ellipse der Planetenbahnen mit der Sonne in einem Brennpunkt exakt beschrieben, führten dazu, dass das Universum wie ein ablaufendes mechanisches Uhrwerk erschien. Es gab niemand, der die Planeten ständig anschubste. Damit Objekte sich mit konstanter Geschwindigkeit auf gerader Bahn fortbewegen, ist nach Newtons Mechanik keinerlei äußerer Anstoß nötig.

Das unheimliche an Newtons Gesetzen war, dass sie mit allen Messungen exakt übereinstimmten. Als man glaubte, endlich einen Fehler zu entdecken, weil der Planet Uranus sich nicht an die vorausberechneten Umlaufbahnen hielt, entdeckte man Neptun. Die Abweichungen der Bahn des Uranus konnten daraufhin durch die bekannten Gesetze erklärt werden.

Die immer wieder bestätigte exakte Übereinstimmung von Messung und Vorhersage durch Formeln führte schließlich dazu, dass die Physiker glaubten, alle beobachtbaren Phänomene, auch solche im mikroskopischen Maßstab, könnten mechanisch erklärt werden. Die Welt hatte anscheinend eine allumfassende mechanische Ordnung.

Die emergenten Eigenschaften der Alltagswelt.

Der Schock kam im frühen 20. Jahrhundert. Der Physiker Max Planck konnte es zunächst selbst nicht glauben, was er im Zusammenhang mit der Untersuchung elektromagnetischer Strahlung entdeckte. Er stellte fest, dass Energie nur in Form unteilbarer Päckchen (Quanten) ausgestrahlt wird. Dadurch begründete er die Quantenphysik und deren mathematischen Formalismus, die Quantenmechanik. Die Anwendung von Newtons Gesetzen auf Atome und atomare Größenordnungen führt dagegen auf hoffnungslos falsche Ergebnisse, weil Atome in den Formeln der klassischen Mechanik keine räumliche Ausdehnung haben und Feststoffe beim absoluten Temperatur-Nullpunkt riesige Wärmekapazitäten besitzen sollen.

Atome verhalten sich überhaupt nicht wie Billardkugeln. Obwohl sie ihre Energie wie Teilchen tauschen, bewegen sie sich wie Wellen. Und nicht nur Atome verhalten sich so, sondern alle Objekte. Flüssigkeiten und Feststoffe sind zwar ein Zusammenschluss von Quantenmaterie zu makroskopischen Substanzen, aber ihre Eigenschaften flüssig oder fest sind Erscheinungen kollektiver Organisation, die sich nicht von den zwei sich scheinbar widersprechenden Eigenschaften (wellenartig bzw. teilchenartig) der einzelnen Quantenobjekte ableiten lassen.

Wenn sich in einem System auf höherer Ebene durch kollektive Organisation Eigenschaften zeigen, die nicht durch Eigenschaften der Systemelemente erklärt werden können, dann spricht man von emergenten Eigenschaften. Der Vorgang der Herausbildung von emergenten Eigenschaften heißt Emergenz. Die Quantenphysik beweist die Emergenz von Newtons legendären Gesetzen. Diese sind ein für große Systeme gültiger Grenzfall der Quantenmechanik. Welch eine Überraschung, dass sich unsere Alltagswirklichkeit als ein emergentes Phänomen kollektiver Organisation erweist!

Wenn wir unseren Blick schärfen für das Prinzip der kollektiven Organisation und den daraus hervorgehenden emergenten Eigenschaften, entdecken wir in unserer Welt überall das Wirken von Emergenz. Während wir vielleicht noch vor kurzem glaubten, alles Grundlegende sei schon bekannt, tun sich auf einmal neue interessante Fragen auf.

Beispielsweise bestehen Schneeflocken aus sechseckigen symmetrischen Kristallen. Es gibt unzählig verschiedene Kristallformen, und zwar so viele, dass es heißt, es gäbe keine zwei gleichen. Wie sich aber Wassermoleküle kollektiv organisieren und miteinander kommunizieren, dass die eine Ecke des Kristalls weiß, welche Form die andere Ecke gerade annimmt, so dass Symmetrie entsteht, kann mit klassischer Physik nicht beantwortet werden.

Interessant wäre es auch herauszufinden, wo menschliches Bewusstsein als anscheinend emergentes Phänomen der Evolution seinen genauen Sitz hat. Bisher hat noch niemand Bewusstsein im Gehirn lokalisieren können. Aber vielleicht sind nur nicht alle Prinzipien kollektiver Organisation bekannt, die zur gewünschten Antwort führen. Mehr Wissen über Emergenz kann dabei helfen, die Antwort zu finden. Zum Thema Evolution kann man noch weitere Fragen stellen, wie: Welches sind die Regeln kollektiver Organisation, die aus toten Molekülen Leben emergieren?

Das sind Fragen, die das Buch mit dem Titel »Emergenz« (ISBN 978-3-8391-7997-0) natürlich auch nicht erschöpfend beantworten kann. Aber es führt in die Themenstellung der Emergenz ein und zeigt auf, wie aus einfachsten organisatorischen Regeln komplexe emergente Strukturen entstehen.

Hier ein kurzer Überblick: Nach dem grundlegenden Kapitel 2, in dem wichtige Begriffe und Beispiele zur Emergenz erläutert werden, folgt das Kapitel 3, mit den Steuerungsmechanismen. Im gleichen Kapitel finden Sie auch Computer-Simulationen. Wenn man will, kann man am PC selbst Experimente durchführen, indem man die beschriebenen Programme aus dem Internet herunterlädt. Schließlich runden zwei weitere Kapitel mit Beschreibungen emergenter Phänomene der Natur und des Universums das Buch ab. Es ist ein Arbeits- und Handbuch und soll als Werkzeug dienen, um mit geschärftem Blick die Geheimnisse der Emergenz in unserer Welt zu beobachten.

Emergenz: Strukturen der Selbstorganisation in Natur und Technik
Von Klaus-Dieter Sedlacek et al.
Preis: EUR 14,90
Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Books on Demand Gmbh (August 2010)
ISBN-13: 978-3839179970

Erfolg für privates Rechnernetz: Amateurforscher entdecken spektakulären Pulsar

Ein globales Netz von Astronomie-Fans feiert einen spektakulären Erfolg. Mit Hilfe unterbeschäftigter Heim- und Bürocomputer hat das Projekt Einstein@Home einen Pulsar aufgespürt – dabei war der kosmische Leuchtturm gar nicht das Hauptziel der Suche.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

Kolumbien: Biologen entdecken bisher unbekannte Affenart

Überraschende Entdeckung im Amazonas-Urwald: Offenbar lebt dort eine Affenart, die Biologen bisher verborgen geblieben war. Doch die Freude ist getrübt, denn der kleine Springaffe ist vom Aussterben bedroht.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

Ursache für erbliche Netzhauterkrankung geklärt

Regensburger Wissenschaftler entschlüsseln Mechanismus der Genablesung in Sehzellen
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Innovation im Dienst des Patienten

Internationale Experten berichten im Dezember auf der NanoMed 2010 in Berlin über jüngste Fortschritte auf dem Gebiet der Nanomedizin.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Ölleck im Golf von Mexiko: BP verzichtet womöglich auf Versiegelung

Zehn Meter noch, dann wäre die Entlastungsbohrung am Ziel, das Ölleck könnte direkt an der Quelle versiegelt werden. Doch der Ölkonzern BP hält dies – unter bestimmten Voraussetzungen – nicht mehr für notwendig, was den Einsatzleiter zu zynischen Kommentaren verleitet.
Quelle: stern.de – Wissenschaft & Gesundheit

Ölpest: BP erwägt, zusätzliche Versiegelung des Bohrlochs zu stoppen

Verzichtet BP auf die Operation “Bottom Kill”? Offenbar sei die Versiegelung des Öllecks von unten nicht mehr nötig – nachdem das Bohrloch bereits von oben abgedichtet sein könnte.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft

Israel: Archäologen finden 2200 Jahre alte Münze

In Israel haben Forscher eine 2200 Jahre alte Münze entdeckt. Bemerkenswert ist nicht nur das Alter des Geldstücks, sondern vor allem sein Gewicht: Es beträgt das Mehrfache einer normalen antiken Münze.
Quelle: SPIEGEL ONLINE – Wissenschaft