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Gefangen in einem molekularen Netz – Wissenschaftler beweisen einen neuartigen Mechanismus der Immunabwehr

Wie Zellen des Immunsystems einen Schimmelpilz davon abhalten, sich in der Lunge auszubreiten und Krankheiten zu verursachen, haben Wissenschaftler der Universitäten Magdeburg und Jena erstmals an Labormäusen zeigen können. Die Forscher konnten nachweisen, dass bestimmte Abwehrzellen – die so genannten neutrophilen Granulozyten – den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus mit einem Netz aus DNA-Fäden zunächst umhüllen und dann zerstören.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Zwei auf einen Streich – wie Zellen sich vor Krebs schützen – Neue Erkenntnisse von MDC- und Charité-Forschern

Zellen haben zwei verschiedene Schutzprogramme, die sie davor bewahren, bei Stress außer Kontrolle zu geraten, sich ungebremst zu teilen und Krebs zu entwickeln. Bisher ging die Forschung davon aus, dass sich diese Systeme unabhängig voneinander anschalten. Jetzt haben Krebsforscher des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Charité in Berlin erstmals bei Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) im Tiermodell gezeigt, dass beide Schutzprogramme mit Abwehrzellen kooperieren und so verhindern, dass Tumoren entstehen. Die Erkenntnisse von Dr. Maurice Reimann (Forschungsgruppe Prof. Clemens Schmitt) könnten grundlegende Bedeutung für die Krebsbekämpfung haben (Cancer Cell, DOI 10.1016/j.ccr.2009.12.043)*.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Den Fuß in der Tür – Wie Abwehrzellen in Lymphgefäße eindringen

Um Krankheitserreger effektiv zu bekämpfen, müssen Abwehrzellen die abgelegendsten Stellen unseres Körpers erreichen können. Dazu nutzen sie zwei große Gefäßsysteme: das Blut- und das Lymphgefäßsystem. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried haben jetzt erstmals beobachten können, wie Abwehrzellen durch kleine Öffnungen in der Gefäßwand der Lymphgefäße schlüpfen. “Die Zelle schiebt dabei einen Zellausläufer in die Öffnung”, beschreibt Forschungsgruppenleiter Michael Sixt. “So blockiert sie wie mit einem Fuß in der Tür den Eingang, dehnt die Öffnung leicht auf und schiebt sich dann hindurch.” Die Arbeit wurde im Journal of Experimental Medicine veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Geländegängige Flitzer – Abwehrzellen unterwegs

Um Krankheitserreger auch an den entlegendsten Stellen des Körpers effektiv zu bekämpfen, müssen sich Abwehrzellen schnell und flexibel bewegen können. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie in Martinsried bei München haben jetzt den Mechanismus entschlüsselt, mit dem sich diese wendigen Zellen auf verschiedenen Oberflächen fortbewegen. “Wie bei einem Auto gibt es einen Motor, eine Kupplung und Räder, die für die nötige Reibung sorgen”, erläutert Michael Sixt, Forschungsgruppenleiter am MPI für Biochemie. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit Kollegen vom MPI für Metallforschung in Stuttgart und wurde jetzt in Nature Cell Biology veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

NATURE: Den Gesundheitszustand von Artgenossen "erschnüffeln"

Neue Rezeptorfamilie entdeckt
Alte Bekannte des Immunsystems sprechen Vomeronasalorgan an

Bisher war es ein Rätsel, wie Säugetiere “erschnüffeln” können, ob ein Artgenosse krank ist. Eine heiße Spur verfolgen die Biologen Prof. Dr. Marc Spehr und Daniela Flügge. Sie entdeckten, dass ein Botenstoff des Immunsystems, der bei Bakterieninfektionen Abwehrzellen an den Ort des Geschehens lockt, auch Rezeptoren im Vomeronasalorgan der Nase anspricht. Das noch weitgehend unerforschte Organ, das auf Pheromone reagiert, wird auch für spontane Abneigung oder Sympathie und Entscheidungen bei der Partnerwahl verantwortlich gemacht.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft

Schweine als Organspender – Tierisches Gewebe vor menschlichen Abwehrzellen geschützt

Die neue Auswertung der Deutschen Stiftung Organtransplantation hat gezeigt, dass immer weniger Menschen im Todesfall ihre Organe spenden. Bundesweit starben im vergangenen Jahr rund tausend der Patienten auf der Warteliste, etwa 12.000 Menschen warten derzeit noch. Eine Möglichkeit, diesen dramatischen Mangel an Spenderorganen zu kompensieren, könnte die Transplantation von tierischen Geweben oder Organen sein. Das Schwein gilt als der am besten geeignete Spenderorganismus, wobei auch hier wie bei jeder Übertragung von Gewebe zwischen verschiedenen Arten komplexe Abstoßungsmechanismen überwunden werden müssen.
Quelle: Pressemitteilungen – idw – Informationsdienst Wissenschaft