Frösche gab es schon zu Zeiten der Saurier. Doch nun stehen viele Froscharten kurz vor dem Aussterben. Schuld ist der Mensch und ein mysteriöser Pilz.
Quelle: WELT ONLINE – Wissenschaft
|
|
||
|
Frösche gab es schon zu Zeiten der Saurier. Doch nun stehen viele Froscharten kurz vor dem Aussterben. Schuld ist der Mensch und ein mysteriöser Pilz.
Alle Versuche, die Invasion der Aga-Kröten in Australien zu stoppen, scheinen vergeblich: Die Amphibien geraten außer Kontrolle, warnen Forscher. Haben sie sich einfach nur gut versteckt? Wissenschaftler haben Frösche und Salamanderarten wiedergefunden, die als ausgestorben galten. Wunder auf 13 Millimetern: Zoologen haben auf der asiatischen Insel Borneo die wohl kleinsten Frösche der Welt aufgespürt.
In Panama hat ein mysteriöser Hautpilz bereits 30 Amphibienarten ausgelöscht: Experten warnen vor einem Massensterben wie bei den Dinosauriern.
Seit über zwei Jahrzehnten sterben weltweit massenhaft Amphibien, wofür auch eine Pilzerkrankung verantwortlich ist. Nun hat erstmals ein internationales Forscherteam präzise die Auswirkungen der Epidemie auf die Artenvielfalt beziffert: Nachdem die Pilz-Welle über einen Nationalpark in Zentralpanama hinweggefegt war, blieben nur knapp 60 Prozent der Spezies übrig.
Wissenschaftler nennen es das größte Artensterben seit dem Tod der Dinosaurier: Seit zwei Jahrzehnten sterben weltweit massenhaft Amphibien. Schuld daran ist eine Pilz-Epidemie. Forscher haben jetzt erstmals das Ausmaß der tödlichen Seuche beziffert – allein in Panama wurden 40 Prozent der Spezies dahingerafft.
London/ Moulis/ Leipzig. Geburtshelferkröten im Gebirge leben gefährlich. Ihr Risiko, an der Amphibienseuche Chytridiomykose, die durch den Chytridpilz ausgelöst wird, zu erkranken und zu sterben, ist wesentlich höher als bei ihren Artgenossen im Flachland. In den höheren Lagen seien bis zu 100 Prozent der Kröten an dieser Krankheit verendet, schreibt ein internationales Wissenschaftlerteam im Fachblatt “Ecology Letters”. Ob der Chytridpilz besser an kältere Regionen angepasst ist oder ob das Immunsystem der Kröten dort empfindlicher reagiert, ist jedoch noch ungeklärt. Ein Drittel aller Froscharten ist bedroht: Aber die Amphibien geben alles, ihre Art zu erhalten. Denn ihr Leben verläuft nach der Devise: schlüpfen, aufwachsen, sich paaren. Würde etwa aus jedem Ei einer Kreuzkröte eine Kaulquappe schlüpfen, so wäre eine Großstadt wie Berlin schon bald mit einem Krötenteppich bedeckt.
Es gibt Regionen, in denen wimmelt es: Nicht nur ein paar Vögel, sondern zig verschiedene Vogelarten zwitschern in den Bäumen. Fisch- und Insektenarten gibt es im Übermaß, Reptilien und Amphibien wuseln umher. Auf seltenen Pflanzen wachsen noch seltenere, kuriose Lebensformen warten an jeder Ecke. Es ist eine düstere Bilanz, die die Weltnaturschutzunion IUCN nun vorgelegt hat: 30 Prozent der Amphibien sind vom Aussterben bedroht, weitaus schlimmer steht es um die Pflanzenwelt. Das Ziel, die Zahl der bedrohten Tier- und Pflanzenarten bis 2010 deutlich zu senken, ist in weite Ferne gerückt. Die zu Lande und zu Wasser lebenden Arten leiden immer mehr unter den Umweltveränderungen vor allem durch den Menschen. Am stärksten vom Aussterben bedroht, sind jedoch die Amphibienarten. Das geht aus der jüngsten Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Gland in der Schweiz hervor. Infrarotlicht, elektromagnetische Wellen und Ultraschall kann der Mensch nur über Messgeräte erfassen. Fischen und einigen Amphibien geht’s da besser: Sie verfügen über ein einzigartiges Sinnessystem: die Seitenlinienorgane. Mit ihnen tasten sie Objekte in ihrer näheren Umgebung ab, und das ohne direkten Körperkontakt. Fische und einige Amphibien verfügen über ein einzigartiges Sinnessystem, das der Seitenlinienorgane. Mit ihnen tasten sie Objekte in ihrer näheren Umgebung ab, ohne direkten Körperkontakt zu ihnen. Professor Leo van Hemmen erforscht mit seinem Team am Physik-Department der Technischen Universität München (TUM) die Grundlagen dieser Wahrnehmung. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte van Hemmen kürzlich in der Fachzeitschrift Physical Review Letters. Das renommierte Wissenschaftsjournal Nature stellt sie in der aktuellen Ausgabe als “Research Highlight” vor. Madagaskar steht zurzeit hauptsächlich aufgrund innenpolitischer Unruhen in den Schlagzeilen. Die ostafrikanische Insel ist vor allem aber für die Einzigartigkeit ihrer Tier- und Pflanzenwelt bekannt. Ein Team von Zoologen unter Federführung der Technischen Universität Braunschweig hat nun umfassende Ergebnisse zur Artenvielfalt der madagassischen Amphibien vorgestellt. Das spektakuläre Ergebnis: Die Entdeckung von mindestens 130, vielleicht sogar mehr als 200 vollkommen neuen Froscharten (PNAS 4.5.09*). Die Erkenntnisse sind für den Natur- und Artenschutz von Bedeutung. Er ist so winzig, dass er bequem auf eine Fingerkuppe passt: Forscher haben im Südosten Perus den kleinsten Frosch der Anden entdeckt. Er lebt in luftiger Höhe und gehört zu den kleinsten Amphibien der Welt.
Die Ähnlichkeiten sind erstaunlich: Embryonen von Amphibien, Vögeln, Säugern und Menschen lassen sich in den frühen Stadien ihrer Entwicklung kaum voneinander unterscheiden. Die Entwicklung von Föten stellt einen Schnelldurchlauf der Evolution dar – wir stehen Tieren näher als wir glauben. Die Ähnlichkeiten sind erstaunlich: Embryonen von Amphibien, Vögeln, Säugern und Menschen lassen sich in den frühen Stadien ihrer Entwicklung kaum voneinander unterscheiden. Die Entwicklung von Föten stellt einen Schnelldurchlauf der Evolution dar – wir stehen Tieren näher als wir glauben. Frösche mit durchsichtiger Haut und mit orangenen Beinen sind die jüngste Ausbeute von Wissenchaftlern. Die Region im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Panama ist für die Forscher “ohne Zweifel eine wahre Arche Noah”. Reptilien und Vögel, gefährdete Tapire, Schweine und Affen kamen ebenfalls zum Vorschein.
|
||
|
Copyright © 2012 Wissenschaftsecho - All Rights Reserved This blog uses the cross-linker plugin developed by Web-Developers.Net |
||